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13. Kunstfrühling

10.03.2015

Die Riesen schweben ein

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2 Bilder
Schwerstarbeit gestern in der Kneippstraße: Der Bauhof transportierte die ersten Skulpturen von Josef Lang an ihre Bestimmungsorte. Der „Sternenpflücker“ reckt sich vor dem Sebastianeum.
Bild: Isolde Egger

Die freundlichen Giganten des Josef Lang stehen im Mittelpunkt. Erstmals gestaltet ein einzelner Künstler die Ausstellung in Bad Wörishofen

Nicht immer gab es in der Bevölkerung eine Akzeptanz der großen Skulpturen von Josef Lang aus Denklingen. Oft wurde er schon beim Aufstellen seiner aus Eichenholz gestalteten Riesen mit heftigen Worten eines Betrachters attackiert. Mittlerweile stehen seine mit der Kettensäge bearbeiteten Figuren im In- und Ausland, von Sylt bis München, von Wien bis Bad Ragatz. Kunst- und Ehrenpreise begleiten sein Schaffen.

Beim 13. Bad Wörishofer Kunstfrühling der Stadt und des Kunstvereins Bad Wörishofen ist nun eine großartige Werkgruppe von Josef Lang an der Kurpromenade und um das Kurhaus zu sehen. Auch wer sich in den Wintergarten des Kurhauses setzt, wird von farbigen Köpfen und Skulpturen umringt.

Dass ein einzelner Künstler die Stadt bespielt, ist neu im Kunstfrühling. Kein Problem für Josef Lang, seine raumfüllenden Artefakte verwandeln die Innenstadt von Bad Wörishofen in eine Galerie.

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Das geht jedoch nicht ohne die Hilfe des Bauhofes mit schwerem Gerät. Andreas Honner und seine Leute kennen schon das besondere Volumen der Kunstwerke von Josef Lang. Gab es doch schon in früheren Kunstfrühlingsausstellungen Kostproben davon, wie etwa den „David“, für den Lang dann auch den Preis der Stadt Bad Wörishofen bekam. Und ein Frühwerk von Josef Lang kennen wohl alle Wörishofer, die „dicke Sockelfigur“ an der Kneippstraße, als Ankauf von 1993.

Als Josef Lang an der Kunstakademie München zwölf Semester Bildhauerei bei Erich Koch studierte, hat er noch ganz fotorealistische Körperformen hergestellt. Im Laufe der Jahre abstrahierte sich sein Stil immer mehr. Jetzt dominiert eine auf das Wesentliche reduzierte Formensprache, mit von der Kettensäge gesetzten typischen archaischen Konturen. Die Josef-Lang-Handschrift ist eindeutig erkennbar.

In monochromer Farbgebung leuchten die bis zu fünf Meter hohen, freundlichen Giganten schon von Weitem. Beim Spaziergang auf der Kneippstraße, angefangen an der Bürgermeister-Stöckle-Straße den Wörthbach entlang, bis hinunter zum Kurhaus können kunstinteressierte Besucher künftig diese besondere zeitgenössische Kunstschau bewundern. Im kleinen Park am Weiher steht ein gelber Riese sogar auf dem Kopf: „Gruß über den See“ betitelt. Mit fünf Meter Höhe überragt eine „Doppelfigur“ am Denkmalplatz sogar Pfarrer Kneipp. Der Bauhof leistete gestern wirklich Schwerstarbeit. Und liebevoll streckt der „Herzträger“ den Spaziergängern sein Herz entgegen. Eine sehenswerte Skulpturenschau im Zentrum der Kneippstadt.

Vernissage für alle am Donnerstag, 12. März, um 19 Uhr im Foyer des Kurtheaters Bad Wörishofen. Kostenlose Führungen gibt es an Sonn- und Feiertagen. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Kurhaus. Der Kunstfrühling dauert bis zum 19. April.

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