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Lautrach

29.08.2018

Die Sanierung der Bahnbrücke soll heuer abgeschlossen werden

Die histroische Illerbrücke bei Lautrach wird derzeit saniert. Der linke Teil des Bogens (bis zum Hängegerüst) ist bereits fertig, rechts im Bild ist noch der alte Zustand zu sehen. Im Hintergrund sieht man die Illerbrücke, die der Landkreis im Jahr 2010 neu gebaut hat.
Bild: Vögele/Landratsamt

Die Bauarbeiten an der historischen Brücke zwischen Lautrach und Illerbeuren schreiten voran.

Die Sanierung der historischen Bahnbrücke zwischen Illerbeuren und Lautrach ist derzeit in vollem Gange. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Arbeiten an dem denkmalgeschützten Bauwerk nach Angaben des Landratsamts Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Die unter Denkmalschutz stehende ehemalige Eisenbahnbrücke über die Iller wurde laut dem Unterallgäuer Tiefbauamtsleiter Walter Pleiner in den Jahren 1903/04 gebaut – mit der Besonderheit, dass sie ganz ohne Stahl auskommt und komplett aus sogenanntem Stampfbeton gefertigt wurde. Bis 1972 fuhr darüber die sogenannte „Legauer Rutsch“ zwischen Memmingen und Legau. Da der Schienenverkehr immer weiter abnahm, fuhr schließlich am 28. Mai 1972 der letzte Zug über die Brücke. 1975 wurden die Gleise entfernt. Seither diente die Brücke als Geh- und Radweg. Heute erinnert am einstigen Bahnhof Illerbeuren nur noch ein Gedenkstein an die Bahnstrecke, die vor über 100 Jahren bei der Entwicklung der Infrastruktur des Illerwinkels eine ganz entscheidende Rolle gespielt hatte.

Die Brücke bei Lautrach war nicht mehr sicher

Durch eindringendes Wasser wurde der Beton über die Jahre in Mitleidenschaft gezogen: Das Bauwerk bekam Risse, hatte ein kaputtes Geländer und lose Kanten. Die Verkehrssicherheit sei dadurch schließlich nicht mehr gewährleistet gewesen, erklärt der Tiefbauamtsleiter. Letztlich habe sich der Unterallgäuer Kreistag dazu entschlossen, die historische Brücke sanieren zu lassen.

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Begonnen haben die Bauarbeiten im Frühjahr 2017 mit der Teilerneuerung des Überbaus. Es wurde eine neue Betonplatte aufgebracht und die Brücke so abgedichtet, dass kein Wasser mehr in das Gewölbe eindringen kann. Fehlende Brüstungen wurden ersetzt und das historische Brückengeländer abgebaut, aufgearbeitet und wieder angebracht.

Alte und neue Bereiche sollen an der Bahnbrücke sichtbar bleiben

Seit diesem Jahr werden in einem zweiten Bauabschnitt der Brückenbogen und die Unterbauten mithilfe eines Hängegerüsts instandgesetzt. Dabei werden zunächst lose Teile entfernt und diese Stellen dann mit Beton wieder neu aufgefüllt – allerdings nur, wo dies aus baulicher Sicht zwingend notwendig ist. „Ganz bewusst sollen alte und neue Bereiche sichtbar bleiben. Die Brücke wird am Ende nicht mit einer neuen Schicht überzogen“, betont Pleiner. „So ist die historische Bausubstanz auch in Zukunft deutlich zu erkennen.“ Derzeit werden an der Oberseite des Brückenbogens Holzschalungen angebracht. Diese dienen als Unterkonstruktion für ein Kupferblech, das künftig das tragende Element schützen soll. Am Ende wird nach Angaben von Tiefbauamtsleiter Pleiner noch die Fahrbahn endgültig abgedichtet und eine Asphaltschicht aufgebracht. Die Arbeiten sollen – wenn alles nach Plan läuft – noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Offiziell für Radler und Fußgänger eröffnet wird das Bauwerk dann im nächsten Frühjahr.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich voraussichtlich auf rund 1,6 Millionen Euro. Fachleute gingen zunächst von 2,2 Millionen Euro aus. Für die Sanierung gibt es auch Zuschüsse. 540000 Euro fließen aller Voraussicht nach aus dem Entschädigungsfonds des Bayerischen Kultusministeriums, die Bayerische Landesstiftung schießt etwa 125000 Euro zu, die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz 100000 Euro und der Bezirk Schwaben rund 30000 Euro.

Die historische Bahnbrücke steht beim „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 9. September, im Mittelpunkt. Ab 10 Uhr können sich Gäste vor Ort ein Bild machen.

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