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Soziales Leben

07.03.2013

Die Senioren ins Zentrum holen

Ettringen plant eine Wohnanlage, die das gesamte Dorf mit einbezieht. Die Gemeinde reagiert damit auf den demografischen Wandel

Ettringen Seit zwei Jahren befasst sich der Ettringer Gemeinderat nun bereits mit einem Projekt, das inzwischen der Verwirklichung näher gerückt ist: Mit der Errichtung einer Wohnanlage für alte Menschen mitten im Ort. „Wir wollen“, so Bürgermeister Robert Sturm, „die Senioren ganz bewusst nicht an den Rand drängen, sondern ins Zentrum stellen. Was wir vorhaben, ist ein integrierter städtebaulicher und sozialer Ansatz, um die Menschen zueinander zu bringen.“

Für den Neubau vorgesehen ist ein Grundstück in Gemeindebesitz, das direkt an der Hauptstraße, neben dem Gasthof Krone, liegt – in unmittelbarer Nähe zu Kirche, Supermarkt, Rathaus, Café und Dorfbrunnen.

Nachholbedarf im baulichen Bereich festgestellt

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Die Vorarbeiten zu dem Projekt begannen bereits 2011, als im Gemeinderat die Senioren zum Leitthema des Jahres erklärt wurden. Im Rahmen einer Klausurtagung und Besichtigungen Betreuter Wohnanlagen wurde ein Fragebogen entworfen, um den Bedarf an barrierefreiem Wohnraum zu ermitteln. Die Bürger wurden mittels dieses Fragebogens und in den Bürgerversammlungen mit einbezogen.

Es stellte sich heraus, dass es in Ettringen zwar ein breites mobiles Angebot gibt (Essen auf Rädern, Sozialstationen, Haushaltshilfen, ehrenamtliche Betreuer für Demenzkranke), dass aber im baulichen Bereich Nachholbedarf besteht; Ettringen will sich von der demografischen Entwicklung nicht überraschen lassen.

Die Ratsmitglieder Eva Blank und Gabi Strüwing sind Seniorenbeauftragte der Gemeinde. Zwei Arbeitskreise befassen sich mit Alltagsfragen von Senioren beziehungsweise mit Bau- und Finanzierungsfragen. Angedacht ist nun eine barrierefreie Anlage für Betreutes Wohnen, kombiniert mit Kurzzeitpflegeplätzen und Gemeinschaftsräumen sowie einem Gartenbereich als Treffpunkt für alle Ettringer Senioren. Ein informeller kleiner „Architektenwettbewerb“ ist am Laufen. Was die Finanzierung betrifft, steht die Idee im Raum, eine rechtsfähige Stiftung zu gründen, die als Mieter der Anlage gegenüber den Investoren auftreten könnte. Ein interessierter Bauträger könnte Investoren suchen und die Stiftung dann das Objekt betreuen.

Die Gemeinde will für das Projekt Leader-Mittel beantragen und argumentiert damit, dass es innovativ sei, da es durch den intensiven Vorbereitungsprozess versuche, den Bedürfnissen alternder Menschen nachzuspüren und diesen dadurch gerecht zu werden, dass es den Begegnungscharakter besonders akzentuiere. Als Mehrwert soll das Ortszentrum gestärkt werden durch die Bereitstellung von Gemeinschaftsräumen. Diese sollen alle am dörflichen Leben beteiligten Gruppen zusammenbringen, vom Kind bis zum Senior.

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