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Bad Wörishofen

08.11.2018

Die Stadt verliert das Bieterrennen

Zuschlag - aber nicht für die Stadt Bad Wörishofen. Es ging um ein begehrtes Grundstück.
Bild: Ralf Lienert

Bei der Versteigerung ging es diesmal um ein besonders begehrtes Areal.

In der Kneippstadt entstehen an vielen Stellen der Innenstadt neue Wohnanlagen. Sie sind entweder schon im Bau oder seit Kurzem genehmigt. Grund wird in der Kneippstadt zu einem immer begehrteren Gut. Die Stadt Bad Wörishofen, die ja ebenfalls Grundstücke für eigene Projekte braucht, findet sich dabei in einem Bieterwettstreit wieder, bei dem sie oftmals leer ausgeht. So wie jetzt geschehen, als ein großes Areal in der Kernstadt unter den Hammer kam. Eine „Firma kauft der Stadt über 6000 Quadratmeter Bauerwartungsland vor der Nase weg“, beschreibt einer, der den Vorgang kennt, die Situation. Nicht irgendein Grundstück, wie sich zeigt.

Die westliche Hälfte des betreffenden Areals an der Flurstraße ist im Flächennutzungsplan der Stadt Bad Wörishofen als „Grünfläche mit Zweckbestimmung Friedhof“ dargestellt. Auf diesem Gelände sollte bei Bedarf der Friedhof von Bad Wörishofen erweitert werden. Er liegt genau gegenüber, auf der anderen Seite der Flurstraße. Der restliche Teil des Grundstücks steht im Flächennutzungsplan nach Auskunft der Stadt mit „Wohnbaufläche“. Das große Grundstück kam im Auftrag des Amtsgerichts Memmingen unter den Hammer. Es habe sich um eine sogenannte Teilungsversteigerung gehandelt, sagt Bürgermeister Paul Gruschka (FW) auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Stadt habe „natürlich Interesse an dem Grundstück gehabt“, sagt Gruschka. Deshalb hat auch ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung bei dem Versteigerungstermin mitgeboten. Man habe dort „entsprechend dem Auftrag des Stadtrates den ortsüblichen Preis für Außenbereichsgrundstücke geboten, die gegebenenfalls durch Aufstellung eines Bebauungsplanes einer baulichen oder sonstigen Gemeinbedarfsnutzung zugeführt werden können“, sagt Gruschka. Der Begriff „Bauerwartungsland“, der oft gebraucht wird, sei ja im Baurecht nicht existent, erläutert der Bürgermeister. Das Grundstück liege nach den gesetzlichen Bestimmungen im Außenbereich. „Ein Bebauungsplan besteht für den Bereich nicht“, sagt Gruschka.

Was wird aus den Plänen der Stadt für diesen Bereich?

Das Grundstück liegt zwar im Außenbereich, ist aber weithin das einzige große Grundstück, das noch nicht mit Wohnungen bebaut ist, die rings um den Friedhof bis an den Stadtrand stehen.

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So war es nicht verwunderlich, dass sich nicht nur die Stadt für den Kauf des etwa 6000 Quadratmeter großen Areals interessierte. In dem Bieterwettstreit habe die Stadt Bad Wörishofen am Ende „keine Chance“ gehabt, den Zuschlag zu erhalten, sagt Gruschka. „Das höchste Gebot lag mehr als 80 Prozent über dem Limit der Stadt.“ Um welche Summen es dabei ging, sagt Gruschka nicht. Am Ende habe ein privater Bieter den Zuschlag erhalten.

Aus einer Friedhofserweiterung auf dem Gelände wird also erst einmal nichts. „Nach derzeitigem Kenntnisstand“ sei eine solche Erweiterung aber nicht erforderlich, teilt Bürgermeister Gruschka dazu mit.

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