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Bad Wörishofen

29.07.2020

Die Steinmeyer-Orgel jubelt wieder

Die Steinmeyer-Orgel in der Erlöserkirche wurde bereits im vergangenen Jahr 50 Jahre alt. Jetzt wurde das Jubiläumskonzert von Kantorin Tanja Schmid nachgeholt.
Bild: Maria Schmid

Plus Organistin Tanja Schmid zieht beim nachgeholten Jubiläumskonzert aller Register und zeigt, dass sich die Kosten für die aufwendige Reinigung mehr als gelohnt haben.

Festlicher Glockenklang der Evangelisch-Lutherischen Erlöserkirche in Bad Wörishofen, grüne Hinweisschilder für die zu benutzenden Plätze an den Kirchenbänken wegen des Virus Covid-19, ein wahres Zeichen der Hoffnung auf ein ganz besonderes Konzert.

Die Steinmeyer-Orgel wurde bereits im vergangenen Jahr 50 Jahre alt. Doch zu der Zeit war es nicht möglich, die Orgel zu hören. Daran gehindert wurde es durch die umfangreiche Kirchensanierung und die gründliche Reinigung der Orgel, so Pfarrerin Susanne Ohr bei der Einführung.

Die Reinigung der Orgel in der Bad Wörishofer Erlöserkirche kostete 35.000 Euro

Jede Pfeife, ob klein oder groß, sei gereinigt worden. Dafür habe man die gesamte Orgel auseinander nehmen müssen.

Dass sich der Aufwand und die Kosten in Höhe von 35.000 Euro gelohnt hatten, das bewies Kantorin Tanja Schmid bei dem jetzt stattgefundenen und nachgeholten Jubiläumskonzert. Sie zog für die von ihr ausgesuchten Werke wahrhaft alle Register. Keine Tonlage wurde ausgespart.

Die Orgel jubelte und begeisterte die sehr zahlreich erschienenen Gäste. Tanja Schmid ließ das „Concerto G-Dur“ von Johann Sebastian Bach (1685-1750) hören, das aus der Feder von Antonio Vivaldi stammt. Er schrieb dieses Concerto für zwei Violinen, Streicher und Basso Continuo. Bach übertrug es in eine Instrumentalfassung für Orgel. Wer kennt sie nicht, die „Lieder ohne Worte“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847). Und so wurde es beim „Präludium und Fuge d-Moll“, op. 37, Nr. 7, romantisch. Er hatte dieses Werk der Orgel gewidmet. Dazu passte das sehr melodiöse „Scherzo h-Moll“ von Oscar van Durme (1876-1925) sehr gut. Kräftig erklang der 4. Satz „Toccata“ aus der „Suite Gotique“ von Leon Boellmann (1862-1897). Boellmann komponierte die „Suite Gotique“ zwei Jahre vor seinem Tod zur Einweihung der Orgel in der Kathedrale Notre-Dame.

Die Kunst der beseelten Orgel und ihrer Organistin

Improvisiert hatte Tanja Schmid einige Choräle, Psalmen und Lieder aus dem Evangelischen Gesangbuch. Schon mal ganz im Stil á la Wolfgang Amadeus Mozart, indem sie die Melodie des Liedes „Alle Vögel sind schon da“ mit dem Choral „Geh aus mein Herz und suche Freud“ miteinander verband. Reizend, dass die höchsten Pfeifen die Vogelstimmen imitierten.

Beim Lied „Du meine Seele singe“ (Psalm 146) improvisierte Tanja Schmid die Hommage an Luis Verne und sein „Carillon de Westminster“. Bei diesen Improvisationen zeigte sich die Kunst der beseelten Orgel und ihrer Organistin in ihrer schönsten Weise.

Und, klang da nicht der „Bolereo“ von Maurice Ravel durch? Aufgebaut auf den rhythmischen Grundgedanken dieses Bolereo hatte Tanja Schmid das Pfingstlied „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen“.

Nach der einjährigen Abstinenz der Orgelkonzerte war es ein Hochgenuss, den die Besucher mit kräftigem und anhaltendem Applaus zu Recht honorierten.

Lesen Sie dazu auch: 50 Jahre Orgel in der Erlöserkirche: Die Königin feiert Geburtstag

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