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Türkheim

04.07.2019

Die Suche nach dem Brandstifter geht weiter

Anfang Juni brannte eine Maschinenhalle in der Nähe der Türkheimer Römerschanze nieder. Seither ermittelt die Kriminalpolizei wegen des Verdachts der Brandstiftung.
Bild: Alexander Sing

Plus Anfang Juni zerstörte ein Feuer in Türkheim eine Maschinenhalle. Die Polizei ermittelte gegen zwei Verdächtige - doch nun gibt es eine Wende.

Wer ist für den Großbrand verantwortlich, der Anfang Juni in Türkheim eine Maschinenhalle komplett zerstörte? Einen Monat danach tappt die Polizei im Dunkeln, denn es gibt neue Entwicklungen in dem Fall. Zunächst standen zwei junge Männer, 18 und 19 Jahre alt, im Fokus der Ermittlungen. Eine Zeugin hatte die beiden in der Nähe des Brandorts gesehen.

Nun aber die überraschende Wende: „Der Tatverdacht hat sich nicht verhärtet“, sagt Johanna Graf, Sprecherin des zuständigen Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, auf Nachfrage unserer Zeitung. „Weitere Zeugenaussagen und die Vernehmung der beiden haben ergeben: Die zwei Herrschaften waren es auf jeden Fall nicht“, sagt Graf. Für die Polizei beginnt die Suche nach dem Brandstifter deshalb von Neuem.

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Mutmaßliche Brandstifter im Visier der Justiz

Wie berichtet, hatte der Großbrand in Türkheim Anfang Juni eine Maschinenhalle vernichtet. Gegen 22.20 Uhr erreichten die Rettungskräfte mehrere Mitteilungen zu einem Feuer im Bereich der Römerschanze. Die Feuerwehren aus Türkheim, Amberg, Rammingen, Ettringen und Bad Wörishofen rückten aus. „Als wir eintrafen, stand die Halle bereits im Vollbrand“, berichtete damals Bad Wörishofens Kommandant Peter Eichler.

Zwischen 80 und 90 Feuerwehrleute waren im Einsatz

Zwischen 80 und 90 Feuerwehrleute waren demnach im Einsatz, dazu Rettungsdienst und ein größeres Polizeiaufgebot. In dem Gebäude befanden sich laut Eichler Heu, Stroh und Maschinen. Verletzte gab es bei dem Großfeuer glücklicherweise nicht. Den entstandenen Sachschaden bezifferten die Ermittler zum damaligen Zeitpunkt auf rund 150.000 Euro. „Viele verschiedene Hinweise haben uns seitdem erreicht“, sagt Polizeisprecherin Graf. „Doch keiner davon hat bislang zu einem Erfolg geführt.“ Noch wird weiter wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Denkbar sei etwa, so Graf, dass eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe den Brand ausgelöst habe. Die Halle sei leicht offen und deshalb möglicherweise ein Treffpunkt für Jugendliche gewesen – „um dort Sachen zu tun, die sie zuhause vielleicht nicht tun dürfen.“ Dies sei jedoch, sagte Graf, nur eine Vermutung. Den Einsatz von Brandbeschleunigern könne man ausschließen, ebenso wie einen technischen Defekt innerhalb der Halle.

Stand jetzt deutet also viel daraufhin, dass die Ermittlungen im Sand verlaufen. „Sollte sich im Umfeld nichts mehr ergeben, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass sich in der Angelegenheit noch etwas rührt“, sagt Polizeisprecherin Graf. Ob trotzdem weiter ermittelt wird, hängt letztlich von der Entscheidung der Staatsanwaltschaft Memmingen ab. (mit alf)

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