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Schule

29.10.2018

Die Weichen sind gestellt

Künftig sollen Kinder aus Stetten und Erisried zusammen zur Schule gehen. Davon verspricht sich die Gemeinde viel

Ab dem neuen Schuljahr wird wahr, worum der Stettener Gemeinderat bislang vergeblich gekämpft hat: Die Kinder aus Stetten und Erisried besuchen endlich gemeinsam die Grundschule in Stetten. Nach der Stadt Mindelheim hat sich nun auch die Gemeinde Stetten dafür ausgesprochen, den Schulverband Mindelheim und den Schulverband Dirlewang zu verlassen und sich künftig wie berichtet mit Kammlach zusammenzutun.

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Aus Sicht des Schulamtes ist das aus zwei Gründen sinnvoll: Zum einen gehört die Grundschule in Mindelheim inzwischen zu den größten in ganz Schwaben, was Organisationsprozesse schwerfällig macht. Die Schule dürfte also ganz froh sein, sich künftig nicht mehr um die bisherige Außenstelle in Stetten kümmern zu müssen. Und zum anderen soll der Schulstandort in Kammlach gesichert werden. Dort gibt es aktuell nur drei Klassen und – nachdem Rektorin Ursula Sperr im vergangenen Schuljahr in den Ruhestand gegangen ist – derzeit keinen Schulleiter. Ein solcher darf nämlich erst ab vier Klassen installiert werden. Das Schulamt hat den betroffenen Gemeinden deshalb die Umsprengelung vorgeschlagen: Ab dem Schuljahr 2019/2020 bildet Stetten dann mit Kammlach einen Schulverband und die ersten Erisrieder Schüler besuchen die Grundschule in Stetten. Bislang fuhren sie nach Dirlewang – und die, die dort bereits unterrichtet werden, werden das auch bis zum Ende ihrer Grundschulzeit weiterhin tun. Schließlich sollen keine bestehenden Klassen auseinandergerissen werden.

Werden die Schüler beider Ortsteile künftig gemeinsam unterrichtet, bietet das nach Überzeugung von Bürgermeister Richard Linzing die Chance, dass Stetten und Erisried noch stärker zusammenwachsen. Zumal vor dem Hintergrund, dass derzeit auch eine gemeinsame Kindertagesstätte geplant wird und die Kinder mit Beginn der Schulzeit nicht wieder getrennt werden müssen. Außerdem könnte die Schulpartnerschaft mit Kammlach auch dazu beitragen, langfristig die Schule in Stetten zu sichern.

Die Weichen sind gestellt

Sollte in Mindelheim nämlich eine zweite Grundschule gebaut werden, „dann besteht die Gefahr, dass wir unsere Kinder ab der ersten Klasse nach Mindelheim schicken müssen“, befürchtete Gerhard Strohmeyr. Seine Einschätzung teilte Markus Hofmann, der von einer „einmaligen Chance“ sprach. Auch Peter Holdenrieder sieht die Umsprengelung positiv. Er stört sich allerdings daran, wie sie zustande gekommen ist: „Seit 20 Jahren versucht man, die Erisrieder Kinder nach Stetten zu kriegen und nur weil jetzt in Kammlach ein Rektor fehlt, geht’s innerhalb von ein paar Monaten“, machte er seinem Ärger Luft.

Letztlich stimmten die Räte mit zwei Gegenstimmen für die Umsprengelung zum Schulverband Kammlach. Zuvor hatte sich Paul Huber erkundigt, ob dadurch die Grundschule in Dirlewang gefährdet werde, was Bürgermeister Linzing verneinte. Zudem wies Huber darauf hin, dass die Gemeinde in den vergangenen Jahren kräftig in die Dirlewanger Schule investiert habe. Tatsächlich, so Bürgermeister Linzing, müsse noch geklärt werden, ob Stetten dafür Geld vom Schulverband zurückbekomme. Auch für den Schülertransport gelte es, noch eine Lösung zu finden. Das sei aber erst möglich, wenn die Schülerzahlen für das kommende Schuljahr feststehen. (baus)

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