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Nahverkehr

07.03.2017

Die alte Staudenbahn soll wieder Fahrt aufnehmen

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3 Bilder
Die Gleise sind kaum noch zu erkennen: So sah die Strecke zwischen Markt Wald und Ettringen aus, bevor sie von der Natur „zurück erobert“ wurde.
Bild: Reinhard Stegen

 Um beurteilen zu können, ob die Strecke zwischen Ettringen und Markt Wald für eine Wiederinbetriebnahme geeignet ist, wurde jetzt wucherndes Gras und Gestrüpp beseitigt

Mehr als 30 Jahre sind vergangen, seitdem hier ein Zug fuhr und ein landschaftsverbundenes Fahrerlebnis einer anderen Art auf der Schiene bot – Nostalgie pur aus heutiger Sicht, könnte man meinen.

Doch sie ist nicht zuletzt Motor hinter einer Legende und ihrer Wiederbelebung: der Staudenbahn. Nach der wechselvollen Geschichte ihres Baus zu Beginn des letzten Jahrhunderts verfügte das Bahnmanagement 1982 das definitive Aus zumindest des idyllischen Streckenabschnitts zwischen Ettringen und Markt Wald.

Doch während Gras, Gestrüpp und Bäume im Gleisbett die Strecke eroberten, lebte die Idee vom Bahnfahren von Türkheim über Markt Wald nach Augsburg und zurück zäh weiter – und das nicht nur aus nostalgischen Gründen. Denn eine attraktive Verkehrsanbindung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Lebens- und Wohnqualität einer Kommune.

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Dörfer in der Region litten zunehmend unter der Abwanderung der jungen Generation, die vor Ort aufgrund des wirtschaftlichen Wandels keine Arbeit mehr fand. Der Verlust der Staudenbahn wurde vor diesem Hintergrund den Menschen im Einzugsbereich und der Politik zunehmend bewusst, und so gewann sehr bald eine Gegenbewegung nicht nur von ausgesprochenen Bahnfans wie Hubert Teichman, Geschäftsführer der Firmengruppe Staudenbahn, an Zulauf.

Unter dem Dach der Firmengruppe vereint sind die BBG Stauden mbH (Bahnbetriebsgesellschaft Stauden mbH), die SVG (Stauden-Verkehrs-GmbH) und die Staudenbahnfreunde e.V., die vor allem die Begeisterung für die hochgesteckten Ziele des Projektes antreibt. Dabei ist die Liebhaberei nur eine Seite des Vorhabens, denn längst hat die Firmengruppe auch ihre Wirtschaftlichkeit und das Funktionieren des Geschäftsmodells bewiesen.

Was die Deutsche Bahn AG nicht schaffte, traute sich ein kleines Unternehmen zu und überzeugte mit seiner Beharrlichkeit schließlich sogar die politischen Entscheidungsträger in München. Staatsminister Herrmann informierte in seiner Pressemitteilung, dass die Staudenbahn im Abschnitt Augsburg – Gessertshausen – Langenneufnach für den täglichen Personenverkehr reaktiviert wird, zum Bedauern der Firmengruppe Staudenbahn aber wohl erst 2021, die zumindest einen Probebetrieb bereits ab 2019 fordert. Doch das sieht Geschäftsführer Teichmann nur als ersten Schritt.

In regem Kontakt mit den Bürgermeistern der Bahn-Anliegergemeinden und den Landräten, wirbt er für die Reaktivierung und Befahrbarkeit der gesamten Strecke. Kurzfristig hält er den Probelauf mit einem Triebwagen auf der Strecke zwischen Türkheim und Ettringen für realisierbar.

Aber auch die Wiederinbetriebnahme des Abschnitts zwischen Ettringen und Markt Wald ist für ihn keine realitätsferne Illusion. Die Oberbaustoffe dafür habe man bereits, sagt er.

Zur genaueren Untersuchung des Ist-Zustandes der alten Strecke hat er sie schon einmal vom überwuchernden Gehölz freilegen lassen, verteilt über zwei Winter hat Thomas Häfele diese Arbeiten jetzt abschließen können.

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