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Kirche

03.07.2017

Die erste Primiz seit 137 Jahren

Helmut Wißmiller am Altar. Der ehemalige Bankkaufmann widmet sich nun der Verkündigung des Wortes Gottes.
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Helmut Wißmiller am Altar. Der ehemalige Bankkaufmann widmet sich nun der Verkündigung des Wortes Gottes.
Bild: Franz Issing

Apfeltrach feiert mit Helmut Wißmiller, der lieber Priester sein wollte, als Bankkaufmann.

Jetzt steht er nicht mehr als Ministrant, Messner oder Diakon am Altar. Helmut Wißmiller darf jetzt selbst Eucharistie feiern. Der kürzlich im Augsburger Dom von Bischof Konrad Zdarsa zum Priester geweihte, ehemalige Bankkaufmann übt nun seinen Traumberuf aus: Arbeiter im Weinberg des Herrn. Vor mehr als 1500 Gläubigen und Gästen aus nah und fern feierte der 31-jährige Neupriester am Sonntag in seiner Heimatgemeinde das erste Messopfer. Für den Ort ein Ereignis. Die letzte Primiz wurde in Apfeltrach vor 137 gefeiert.

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Die örtliche Musikkapelle, 18 Fahnenabordnungen der Vereine aus der Umgebung, mehrere Hundert Gläubige sowie eine unabsehbare Ministrantenschaar begleiteten den jungen Seelsorger durch das Dorf auf dem Weg zum Altar. Wißmiller segnete zuvor an seinem Elternhaus gegenüber der Pfarrkirche St. Bartholomäus sein von Alois Lauer geschnitztes Primizkreuz.

Niemand musste während der Primizfeier im Regen stehen. Feierte der Neupriester doch in der festlich geschmückten Maschinenhalle seiner Eltern am Lindenweg das erste heilige Opfer. Mit ihm standen als Konzelebranten mit am Altar: Ortspfarrer Geesan Ponthempilly, die Pfarrer Martin Schnirch, Wolfgang Schneck, Hermann Danner, Franz-Xaver Sontheimer, Adalbert Brandmair, Peter Daniel sowie Prodekan, Pater Eli aus Dirlewang, der die Grüße von Dekan Andreas Straub übermittelte. „Er hat uns geschenkt, dass wir aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinem Angesicht all unsere Tage“. Dass dieser Primizspruch, den Helmut Wißmiller täglich betet, ihn in seinem priesterlichen Leben auch weiterhin begleitet, wünschte ihm Pater Geesan. „Wir freuen uns, dass wieder einmal einer aus unserer Gemeinde ja zu diesem Dienst gesagt hat“, bemerkte der indische Geistliche in seinem Grußwort.

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Lange wurde in Apfeltrach darüber gerätselt, wer wohl die Primizpredigt hält. Dann die große Überraschung. Der Primiziant griff selbst zum Mikrofon.

Er zählte die Stationen auf seinem Weg zum Priestertum auf und verriet, dass er als Kind immer geglaubt habe, dass der Herrgott in den Bergen wohnt. Jesus Christus, so der Primiziant, habe durch seinen Tod am Kreuz das Tor zum Paradies wieder aufgeschlossen: „Wir brauchen den Glauben, um die Wahrheit zu erkennen“.

Auf Terror und Leid in der Welt eingehend, forderte Wißmiller dazu auf, wie Christus Schicksalsschläge anzunehmen, „damit uns Erlösung zuteil wird“.

Überwältigt von dem „wunderschönen Gottesdienst“ bedankte sich der junge Seelsorger bei allen, die ihn auf dem Weg zum Priestertum begleiteten und zum Gelingen seines Ehrentages beitrugen. Hier nannte er besonders seinen Dillinger Praktikumspfarrer Wolfgang Schneck. „Zwei Jahre hast du mich ertragen müssen, das war nicht immer leicht für mich“, scherzte er. Oder war es ein Versprecher?

Für die musikalische Gestaltung sorgte der von Josef Wiedenmann dirigierte gemischte Chor aus Köngetried, das Bläserquartett der Stadtkapelle Mindelheim wie auch die Blasmusikanten aus Apfeltrach. Bei einer Dankvesper in der Pfarrkirche St. Bartholomäus erteilte Helmut Wißmiller am Nachmittag den Einzelprimizsegen.

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