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Unterallgäu

11.10.2019

Diese Blüte schadet der Natur: Was tun?

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Schön anzusehen und doch vielen ein Dorn im Auge ist das indische Springkraut. Gerade an Bach- und Flussläufen breitet sich das exotisch aussehende Gewächs stark aus und verdrängt andere Pflanzen.
Bild: Archiv Rebhan

Im Jahr der Blühwiesen macht eine Pflanze besonderen Kummer. Warum sie bekämpft und nicht stehengelassen werden sollte.

Sie sieht ausgesprochen hübsch aus mit ihren rosafarbenen bis roten Blüten. Aber sie wächst sich allmählich zum Riesenproblem für die heimische Natur aus. Die Rede ist vom indischen Springkraut, das aus dem westlichen Himalaja-Gebiet eingeschleppt wurde und bis zu zwei Meter hoch werden kann. Diese Pflanze liebt es feucht wie in ihrer ursprünglichen Heimat, und deshalb fühlt sie sich entlang von Gewässern oder feuchten Waldrändern ausgesprochen wohl.

Das Kraut ist unter Naturschützern nicht wohlgelitten. Das Problem: Die Pflanze verdrängt heimische Vegetation aus Röhricht und Staudenfluren. Viele Insektenarten sind bei ihrer Suche nach Nahrung auf einheimische Pflanzenarten spezialisiert. Das Springkraut bietet für diese Insekten keinen Nahrungsersatz. Eine Verarmung der Tier– und Pflanzenarten der Auenlandschaft ist die Folge der Ausbreitung der Neusiedlerpflanze. Im Herbst brechen zudem die Stängel des Springkrauts ab und hinterlassen offene Flächen, die bei Hochwasser von Erosion bedroht sind.

Das indische Springkraut wurzelt nur an der Oberfläche

Genau darauf weist der Gronauer Landwirt Paul Huber hin. Heuer im März gab es eine Informationsveranstaltung des Amtes für Landwirtschaft, erinnert sich Huber, der auch im Stettener Gemeinderat aktiv ist. Tenor damals war: Die Wassergüte im Auerbach sei nicht in Ordnung. Zu viele Schwebstoffe sind im Wasser, eine Verschlammung ist die Folge. Huber ist sich inzwischen sicher: Die Landwirtschaft mag eine Teilverantwortung haben. Alleiniger Verursacher sei sie nicht.

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Grund ist das Springkraut, das sich immer mehr ausbreitet. Die Pflanze wurzelt nur an der Oberfläche. Wo das Springkraut wuchert, liegt das Erdreich offen da. Wenn es stark regnet wie in diesen Herbsttagen, wird vermehrt Boden in den Bach eingeschwemmt. Eine geschlossene Grasnarbe würde bei Hochwasser ein Abschwemmen verhindern.

Das Springkraut sollte schon Ende Juni bis Anfang Juli bekämpft werden

Huber sieht als Lösung, die Uferränder zu mulchen oder frühzeitig abzumähen. An einzelnen Stellen am Auerbach sei das auch geschehen. Der Erfolg gibt dieser Methode recht. Das Springkraut hat dann keine Chance mehr. Für die allermeisten Insekten ist das Springkraut von keinem großen Wert. Schmetterlinge lockt die Pflanze nicht an.

Weil heuer auch das Bienenvolksbegehren für große Aufmerksamkeit gesorgt hat, gelten Blühflächen als besonders wertvoll für Insekten. Grundsätzlich sei das auch richtig, sagt Landwirt Huber, der sich den Blühflächen gar nicht widersetzt. Im Falle des Springkrautes wäre es aber viel besser, wenn diese Pflanzen nicht den ganzen Sommer und Herbst über stehen gelassen würden. Experten raten, es möglichst schon zu Beginn der Blütezeit Ende Juni bis Anfang Juli zu bekämpfen.

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