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MZ-Serie "Mein Jahr"

27.01.2021

Diese Zaisertshoferin half Kindern in Südafrika - und dann kam Corona

Mona Högg verteilt Erdbeeren an Kinder im südafrikanischen Addo. Die Lehramtsstudentin berichtet unter anderem über Corona in Afrika und dass die arme Bevölkerung von der Krise besonders betroffen ist.
Foto: Högg/Maristen

Plus Die 23-jährige Mona Högg aus Zaiertshofen unterstützt einen Kindergarten in Addo. Wegen Corona musste sie wieder zurück. Mit den Helfern vor Ort ist sie regelmäßig in Kontakt.

Mona Högg aus Zaisertshofen blickt mit Sorge auf Afrika – besonders in Zeiten der Corona-Pandemie. Die 23-Jährige war nach dem Abitur im Rahmen eines Volontariats bei den Mindelheimer Maristen zehn Monate lang im südafrikanischen Addo im Sunday River Valley und hat dort in einem großen Kindergarten Entwicklungshilfe geleistet. Vergangenes Jahr war sie wieder vor Ort, diesmal im Rahmen ihres Lehramtsstudiums für Grundschule. Wegen des Lockdowns im Frühjahr musste sie ihr Praktikum abbrechen.

Wegen der Corona-Pandemie stornierten die Airlines die Flüge

Nach drei von eigentlich sechs geplanten Wochen Einsatz flog Högg im März 2020 nach Deutschland zurück. „Es wäre später nicht mehr gegangen, alle Flüge wurden gestrichen..“ Nun könne sie nur aus der Ferne beobachten, wie es den Menschen und besonders den Kindern in Südafrika wegen Corona von Woche zu Woche schlechter gehe, sagt sie.

Die junge Zaisertshoferin ist im stetigen Austausch mit Mitarbeitern vor Ort, möchte wissen, wie sich die Lage entwickelt. Mona Högg berichtet: „Die Kluft zwischen Arm und Reich ist riesig, den Ärmeren geht es gerade sehr schlecht.“ In Südafrika gebe es derzeit zwei Pandemien: HIV sei ein großes, schnell in Vergessenheit geratenes Thema. „Viele können sich nicht mehr die Medikamente leisten, die sie unbedingt brauchen.“

Mona Högg
Foto: Wolff

Schätzungsweise die Hälfte der Kinder im Kindergarten in Addo habe HIV, erzählt Högg. „Wir wissen es nicht genau, wir können uns nur selbst schützen, indem wir keine offenen Wunden haben.“ Angst vor einer Ansteckung habe Högg manchmal schon gehabt, obwohl die Wahrscheinlichkeit einer solchen nur gering sei. „Die Kinder sind auf Hilfe angewiesen, da kann man nicht einfach nichts tun.“

Viele Kinder werden geschlagen und missbraucht

Ein weiteres Problem sei die häusliche Gewalt in den Familien. Weil viele Erwachsenen – hauptsächlich Männer, aber auch Frauen – keine Perspektive sehen, sei der Alkohol- und Drogenkonsum weit verbreitet. „Das bekommen dann die Kinder zu spüren.“ Viele von ihnen reden nicht, da könne man nur erahnen, was daheim los ist.

Mona Högg zeigt ein Bild eines dreijährigen Mädchens mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht. Sie heißt Olivia. Ihre HIV-positive Mutter sei bei der Geburt gestorben, erzählt Högg. Olivia werde von ihrer alkoholabhängigen Großmutter aufgezogen und im Kindergarten betreut. „Bei uns kann Olivia Kind sein und Abstand von Zuhause gewinnen.“

Der meiste Unterschied von südafrikanischen Kindern im Vergleich zu deutschen sei, dass sie nicht so sehr an ihre Eltern gebunden sind – auch weil es sehr viele, vielleicht zu viele Kinder gebe. Sie lungern tagsüber auf der Straße herum und wissen nicht, was sie tun sollen, erzählt Högg. „Die Kinder erfahren bei uns die Nähe und Liebe, die sie brauchen.“

Mona Högg will jetzt Grundschullehrerin werden

Seit 13 Jahren gibt es den Kindergarten in Addo und wird von Maristenschwestern betrieben und fast ausschließlich über Spenden finanziert. Dort werde wichtige Arbeit geleistet, damit Drei- bis Sechsjährige erste Bildung erfahren, sagt die 23-Jährige. Das sei wichtig für die Zukunft des Landes.

Högg selbst hat in ihren beiden Einsätzen in Südafrika die Faszination am Lehrerdaseins für sich entdeckt. „Eigentlich wollte ich Sozialwissenschaften studieren. Das habe ich abgebrochen, weil es mir zu theoretisch war.“ Nun will sie Grundschullehrerin werden.

Weitere Infos zum Maristen-Kindergarten in Addo im Internet unter www.placeofmercyandhope.com.

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