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Festival der Nationen

25.09.2017

Dieser Auftakt macht Lust auf mehr

Blumen und Süßigkeiten aus Bad Wörishofen für den „Artist in Residence“ des Festivals: Fazil Say.
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Blumen und Süßigkeiten aus Bad Wörishofen für den „Artist in Residence“ des Festivals: Fazil Say.
Bild: Bernd Feil/MIS

Eine großartig aufgelegte Sabine Meyer an der Klarinette bezaubert im Duett mit dem Flötisten Emmanuel Pahud die Premierengäste im Kursaal. Am Rande verrät Rosi Mittermaier ein kleines Geheimnis

Was für ein fulminanter Auftakt des Festivals der Nationen im Kurhaus Bad Wörishofen! Da bezaubern am Freitagabend der Chefflötist der Berliner Philharmoniker und eine der weltbesten Klarinettistinnen im lieblichen Duett, begleitet von einem inspirierten Kammerorchester Basel unter Leitung von Giovanni Antonini. Je länger die beiden auf der Bühne gemeinsam musizierten, desto mehr haben sich Sabine Meyer und Emmanuel Pahud gegenseitig zu musikalischen Höchstleistungen angespornt.

Sabine Meyer hatte am Schluss so viel Lust, dass sie den Dirigenten und das Orchester zu einer zweiten Zugabe überredete. Dass sich am Ende die Musiker in den Armen lagen, passte ins schöne Bild dieses Auftakts. Tosender minutenlanger Applaus eines dankbaren Publikums.

Zum 23. Mal findet nun dieses herausragende Festival in der Kurstadt statt. Weltstars wie Sabine Meyer, Fazil Say, David Garrett oder Julia Fischer kommen in dieser Woche nach Bad Wörishofen. Sie machen nicht nur die treuen Stammgäste glücklich. Teil des Festivals ist ein Bildungsprojekt, bei dem 2000 Kinder und Jugendliche diese Weltstars erleben können. Möglich machen das wie in den Jahren zuvor wieder die Brüder Winfried und Werner Roch aus Türkheim mit ihrem Team, die Intendanten des Festivals. Der Eröffnungsabend gehört traditionell der Prominenz. Erstmals waren auch die Ski-Asse Rosi Mittermaier und ihr Mann Christian Neureuther aus Garmisch-Partenkirchen angereist. Die „Gold-Rosi“, gesellig und gut aufgelegt wie immer, strahlte geradezu vor Glück und verriet auch den tieferen Grund. In etwa zwei Wochen wird Rosi Mittermaier Oma. Wenn dann noch so ein wunderschönes Konzert mit Musik von Mozart, Haydn und Zeitgenossen dazukommt, ist das Glück perfekt.

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Neben zahlreichen Wirtschaftsführern, die das Festival nicht nur gerne besuchen, sondern auch tatkräftig finanziell unterstützen, war auch diesmal die Politik besonders stark vertreten. Der frühere Bundestagsvizepräsident Eduard Oswald mit Frau gab sich ebenso die Ehre wie der Europaabgeordnete Markus Ferber, der frühere Staatsminister Josef Miller, der frühere Regierungspräsident Ludwig Schmid, Staatssekretär Franz Josef Pschierer, die Landtagsabgeordneten und Altbürgermeister Klaus Holetschek und Thomas Goppel, Altlandrat Hermann Haisch mit Gattin sowie sein Nachfolger Hans-Joachim Weirather. Gekommen war auch der Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen, Walter Roller mit Frau sowie seine beiden Stellvertreter Gerd Horseling und Jürgen Marks.

Im VIP-Zelt drehte sich zwei Tage vor der Bundestagswahl das Gespräch nicht nur um Kultur. Die Sorge war bei vielen spürbar, wie stark die Rechtspopulisten der AfD abschneiden werden.

Bad Wörishofens Bürgermeister Paul Gruschka würdigte in seiner Eröffnungsrede das Festival der Nationen als besonderen kulturellen Genuss im Rahmen der 950-Jahr-Feier der Stadt.

Gruschka hob besonders die Jugendprojekte hervor. Kinder und Jugendliche würden immens motiviert, wenn sie Weltstars erleben könnten. Gruschka dankte ausdrücklich allen Festivalfreunden, die ein solches Kulturereignis möglich machen. Bad Wörishofen sei Kultur- und Bildungsstadt. Das sei auch den engagierten Mitarbeitern der Stadt Bad Wörishofen zu danken, die hinter den Kulissen wirkten, lobte der Rathauschef.

Den Intendanten Roch bescheinigte er hervorragende Leistung. Sie hätten eine großartige Festivalfamilie zusammengeführt.

Dazu gehört auch die nette Geste, dass Damen am Ende des Konzerts mit einer Rose beschenkt werden. So mancher Gast ist schon von Anfang an treu dabei.

Eine Besucherin aus dem Sauerland, die seit Jahren anreist, bemerkte am Ende des Konzerts: „Dieser Abend ist ein Geschenk!“ So empfanden die meisten.

Staatsministerin Beate Merk war es vorbehalten, das Festival zu eröffnen. Ohne ihn beim Namen zu nennen, sagte sie, es sei ein Glück, dass ein Bürgermeister eine so schöne Stadt wie Bad Wörishofen regieren dürfe. Das Festival sei ein „Muss“ für alle Klassikfreunde. Es habe einen festen Platz auf der Weltkarte der Musik. Auch Merk hob den Bildungsgedanken hervor. Die Brüder Roch hätten ein glanzvolles Programm mit „Einsatz und Herzblut“ zusammengestellt.

Wie sehr die Idee des Festivals Früchte trägt, zeige die Geigerin Julia Fischer. Vor 20 Jahren war sie als Wunderkind in Bad Wörishofen. Heute sei sie Geigerin von Weltrang, so Merk. Damit ist sie großes Vorbild für all die jungen Musiker im Alter von elf bis 18 Jahren, die im vbw-Festivalorchester mitspielen.

Beate Merk wurde am Ende ihrer Rede aber auch politisch. Musik brauche keinen Dolmetscher, werde von allen verstanden. Sie trage damit zu Frieden und Völkerverständigung bei.

Und sie erinnerte an die große Idee Europa und sprach von europäischer Kulturidentität. Die Europahymne besteht aus Schillers Ode an die Freude, vertont von Ludwig van Beethoven. Die Staatsministerin für Europaangelegenheiten warb nachdrücklich für den europäischen Gedanken.

"Eine Kritik des Eröffnungsabends mit Emmanuel Pahud und Sabine Meyer sowie des Konzerts von Fazil Say lesen Sie im Feuilleton im überregionalen Teil dieser Zeitung. Seite 16

Bei uns im Internet

Viele Fotos vom Auftakt des Festivals der Nationen, vom Konzert mit Fazil Say und der Generalprobe von Weltstar David Garrett exklusiv für Kinder.

mindelheimer-zeitung.de/bilder

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