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Breitenbrunn

01.02.2019

Dorfladen gleich nach der Eröffnung leergekauft

Blumen gab es für die Betreiberinnen Maria Ebner (2. von links) und Alexandra Dittrich (re.) von Bürgermeister Jürgen Tempel (2. von rechts) zum Start des neuen Dorfladens von Breitenbrunn. Elisabeth Kugler-Mayr (li.) und ihr Mann Ernst Mayr (3.v.l.) sorgen für die Backwaren.
Bild: jsto

Riesenfreude in Breitenbrunn: Der neue Dorfladen hat aufgemacht. Am ersten Tag wurde er regelrecht überrannt. Und beim Käse herrschte Notstand.

Der Start hätte für Alexandra Dittrich und Maria Ebner nicht besser laufen können: Schon um 10 Uhr herrschte Notstand an der Käsetheke, so groß war der Andrang im neuen Dorfladen von Breitenbrunn. Fast ein Jahr lang gab es in Breitenbrunn keinen Lebensmittelladen mehr. Jetzt sind die beiden Frauen das Wagnis eingegangen und haben ein neues Geschäft in zentrale Lage aufgemacht.

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Unter den vielen Kunden, die sich gestern die Türklinke in die Hand gedrückt haben, waren viele ältere Frauen und Männer, Mütter mit kleinen Kindern und sogar der Bürgermeister Jürgen Tempel. Letzterer brachte Blumen und gute Wünsche für die mutigen Unternehmerinnen mit. Fast ein Jahr lang hatten die rund 1000 Breitenbrunner im Ort keine Einkaufsmöglichkeit mehr. Auch die Bedernauer, ist sich Tempel sicher, werden den Laden in ihrer direkten Nachbarschaft annehmen. Nur in Loppenhausen hat sich ein Nahversorger gehalten.

Neuer Treffpunkt in Breitenbrunn für alle, die wissen wollen, was im Dorf los ist

Der Bürgermeister ist heilfroh, dass die beiden Frauen das Geschäft eröffnet haben. Dass es am Ort wieder eine Einkaufsmöglichkeit gibt, hilft Autofahrten vermeiden und ist ein Beitrag zum Klimaschutz, sagt Tempel. Aber es geht noch um viel mehr, als den Verkauf von Waren des täglichen Bedarfs.

Dorfladen gleich nach der Eröffnung leergekauft

Ein Dorfladen ist ein Treffpunkt für Jung und Alt, wo man alles erfährt, was im Dorf gerade wichtig ist. Damit die Leute noch besser ins Gespräch miteinander kommen, wird im Geschäft auch Kaffee ausgeschenkt.

Unter den ersten Besuchern war auch Kreszentia Egger. Die 87-Jährige kann nicht mehr Auto fahren. Die vergangenen Monate hat ihr immer ihre Tochter geholfen und für sie mit eingekauft. Dass sie jetzt nur ein paar Meter von ihrem Wohnhaus entfernt frische Lebensmittel einkaufen kann, „macht mich richtig froh“.

Im Breitenbrunner Dorfladen ist Tiefkühlware ebenso zu haben wie Käse und Milchprodukte aus dem Kühlfach. Daneben liegen Gewürze, Kekse, Schokolade, Zeitungen, Zeitschriften und Glückwunsch- und Trauerkarten.

Beliefert wird das Geschäft von Utz Lebensmittel aus Ochsenhausen, das 400 Nahversorger in Bayern und Baden-Württemberg versorgt. Rainer Utz sagte, das Geschäft in Breitenbrunn sei ein erfreulicher Sonderfall. Denn meist seien es nicht Unternehmer, die einen Dorfladen aufmachten, sondern Bürgergemeinschaften oder gar die Gemeinde selbst. Alexandra Dittrich und Maria Ebner setzen vor allem auf regionale Produkte. Brot, Semmeln, Brezen und Süßteile zum Kaffee kommen von Back Mayr aus Mindelheim, die im Geschäft teilweise fertig gebacken werden. Milch und Joghurt liefert Häfele aus Westernach. Und den Käse beziehen sie von der Hofkäserei Kraus aus Ebersbach. Dorthin hat sich gestern noch am Vormittag Dittrichs Vater auf den Weg gemacht, um dringend benötigten Nachschub zu holen.

Der Dorfladen ist auch so etwas wie ein Familienprojekt. Alle helfen zusammen. Der Bürgermeister ist da ganz zuversichtlich. „Das ist Kult“, sagt er. Und viele hätten erkannt, wie wichtig wohnortnahes Einkaufen ist. Kreszentia Egger kann das nur bestätigen.
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