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30.03.2009

Drastischer Einbruch bei der Gewerbesteuer

Wolfertschwenden Der Haushalt der Gemeinde Wolfertschwenden muss in diesem Jahr herbe Rückschläge hinnehmen. "Die Finanz- und Wirtschaftskrise trifft uns mit einem Hammer", kommentierte Bürgermeister Karl Fleschhut. Er bezog sich auf einen erheblichen Rückgang der Gewebesteuereinnahmen um rund 5,8 Millionen Euro bei gleichzeitig hohen Umlagenleistungen.

"Wir sind eben sehr gewerbesteuerlastig", erläuterte der Bürgermeister und gab bekannt, dass der Ansatz für die Gewerbesteuer in diesem Jahr auf 1,8 Millionen Euro zurückgefahren werden müsse. Verglichen mit den rund 7,6 Millionen Euro des Vorjahres muss das gemeindliche Finanzwerk einen Rückgang der Gewerbesteuer um mehr als 75 Prozent hinnehmen. Ähnlich bedrückend sieht die Situation laut Fleschhut bei den Umlagen aus, für die Ausgaben in Höhe von mehr als 4,5 Millionen Euro anfallen. Für die Kreisumlage sind nach zirka 2,66 Millionen im Vorjahr in diesem Jahr etwa 3,85 Millionen Euro aufzubringen.

"Wir haben noch nie ein negatives Ergebnis gehabt", meinte der Geschäftsstellenleiter und Kämmerer Werner Endres und machte deutlich, dass aufgrund dieser schwierigen Finanzsituation zum Ausgleich des Verwaltungshaushalts eine Zuführung vom Vermögenshaushalt in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro notwendig sei.

Fleschhut: Ein "Super-GAU"

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Von einem "Super-GAU" sprach Bürgermeister Fleschhut mit Bezug auf eine unvermeidbare Rücklagen-entnahme, die sich auf 7,2 Millionen Euro aufsummiere und zur Finanzierung des Vermögenshaushaltes wie auch zum Ausgleich des Verwaltungshaushalts verwendet werde. Damit sei auf einen Schlag der Großteil der vorhandenen gemeindlichen Rücklagen, die sich auf 10,8 Millionen Euro beliefen, aufgebraucht. Die Rücklagen werden voraussichtlich auf rund 3,6 Millionen Euro zusammenschmelzen. Eine Verschuldung sei nicht geplant.

Zu berücksichtigen ist laut Kämmerer Endres in diesem Zusammenhang, dass die Gemeinde noch über erhebliches Grundvermögen verfügt und auch in diesem Jahr für 1,3 Millionen Euro Grundvermögen erworben werden soll. Als positiv merkte Karl Fleschhut an, dass auf die bislang stattlichen Rücklagen kein einziger Euro abgeschrieben werden müsse. "Hier hat sich bewährt, dass wir nur sichere Geldanlagemöglichkeiten gewählt haben", fügte der Bürgermeister an.

Gemeinderat Helmut Hirle mahnte die Höhe der Personalkosten an, die sich auf 668 500 Euro summierten. "Zusammen mit dem Personalkostenanteil aus der VG-Umlage bewegen wir uns langsam aber sicher in Richtung von einer Million Euro", berichtete das Ratsmitglied und riet dazu, die Personalausgaben im Auge zu behalten. Bürgermeister Fleschhut erläuterte, dass die Gemeinde 40 Personen in Lohn und Brot habe (davon allein 14 Voll- und Teilzeitkräfte im Kindergarten) und damit selbst ein kleines Unternehmen sei.

Gewerbepark im Blickpunkt

Bei den Investitionen steht der Gewerbe- und Dienstleistungspark im Vordergrund.

Hierfür bekommt die Geschäftsstelle Wolfertschwenden (Gewo) eine Finanzzuweisung in Höhe von 1,5 Millionen Euro.

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