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16.07.2010

Durchgangsverkehr belastet Anwohner der B 18

Im Rahmen der Dorferneuerung entsteht seit wenigen Wochen in Unterkammlach ein neuer Dorfplatz. Den Brunnen, der dort errichtet werden soll, erklärte Bürgermeister Josef Steidele bei der Bürgerversammlung zur Chefsache. Fotos: Baumberger
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Im Rahmen der Dorferneuerung entsteht seit wenigen Wochen in Unterkammlach ein neuer Dorfplatz. Den Brunnen, der dort errichtet werden soll, erklärte Bürgermeister Josef Steidele bei der Bürgerversammlung zur Chefsache. Fotos: Baumberger

Kammlach Trotz oder gerade wegen der derzeitigen Temperaturen verlief die jüngste Bürgerversammlung der Gemeinde Kammlach alles andere als hitzig. Eine Diskussion entspann sich lediglich um einen Dauerbrenner: die Verkehrsbelastung der beiden Ortsteile. Mehrere Zuhörer sprachen sich dafür aus, die Pläne einer Ortsumfahrung weiter zu forcieren.

Zuvor hatte Bürgermeister Josef Steidele erläutert, wo die Gemeinde Kammlach steht und "wo die Reise hingeht". Erster Schwerpunkt seines insgesamt 17 Punkte umfassenden Berichts war die Wasserversorgung, die bei der Versammlung im vergangenen Jahr mächtige Wellen geschlagen hatte. Heuer werden die Bürger nun die Bescheide für die Wasserverbesserungen erhalten - und nach Einschätzung Steideles darüber "nicht gerade in Jubel ausbrechen". Er betonte, dass es sich bei den Bescheiden weder um "Willkür", oder gar "böse Absicht" handle. "Aber manche Dinge sind eben so, wie sie sind."

Ebenfalls zur Sprache kam in diesem Zusammenhang die Wasserversorgung von Wideregg. Weil der dortige Tiefbrunnen nur mit einer teuren Entkeimungsanlage hätte weiterbetrieben werden dürfen, wird der Ortsteil künftig über den Tiefbrunnen in Oberkammlach mitversorgt. Die Bedenken Walter Wiedemanns, ob dessen Kapazität dafür auch ausreicht, konnten in der Diskussion zerstreut werden.

In seinem Bericht ging Steidele außerdem auf die Baumaßnahmen ein, die derzeit realisiert werden: Eines davon ist der Radweg zwischen Unterkammlach und Oberrieden, den die beiden Gemeinden gemeinsam schultern. In der Diskussion kritisierte Martin Klinger die Trassenführung sowie die Kosten in Höhe von 60 000 Euro infolge des Vollausbaus. Für Radfahrer hätte seiner Meinung nach eine Spritzdeckenteerung ausgereicht. Der zweiten Bürgermeisterin Birgit Steudter-Adi Amini zufolge wäre diese Lösung jedoch um bis zu 20 000 Euro teurer gewesen, weil sie nicht bezuschusst worden wäre. Steidele gab außerdem zu bedenken, dass die Spritzdecken den immer schwerer und größer werdenden landwirtschaftlichen Maschinen oft nur kurze Zeit standhalten.

Durchgangsverkehr belastet Anwohner der B 18

Bereits seit mehreren Wochen laufen außerdem die Bauarbeiten am Dorfplatz in Unterkammlach. Er soll künftig genügend Parkplätze bieten und durch die Verkehrsberuhigung den Verkehr auf die Sankt-Johann-Straße verlagern. "Wir freuen uns auf einen Ort der Begegnung und schmucken Festplatz", so Steidele. Um einen Brunnen, mittlerweile zum Dauerbrenner geworden, werde er sich persönlich kümmern, versprach er.

Der Punkt, an dem sich schließlich auch die Diskussion entzündete, war das Verkehrsaufkommen in den beiden Ortsteilen seit der Öffnung der alten B18. Mit dem Fahrbahnteiler im östlichen Einfahrbereich von Oberkammlach sei bereits eine Geschwindigkeitesreduzierung erreicht worden, die gepflanzten Bäume sollen die Situation zusätzlich verbessern. Auch die Geschwindigkeitsmessanlage, die die Gemeinde kürzlich gekauft hat, hat sich laut Steidele bereits bewährt: Als der Kohlbergtunnel vor wenigen Wochen für vier Tage gesperrt war, habe mancher Autofahrer beim Anblick des Messgeräts merklich auf die Bremse getreten. Darüber hinaus gebe es Verkehrszählungen des Staatlichen Bauamts und Überlegungen, diese auch selbstständig durchzuführen.

Wenig Hoffnung auf schnelle Lösung des Verkehrsproblems

Einige Zuhörer sehen jedoch weitergehenden Handlungsbedarf. So erkundigte sich Altbürgermeister Erhard Bogner nach dem Stand in Sachen Umgehungsstraße. "Was da das letzte Mal bei der Sperrung des Kohlbergs passiert ist, war furchtbar", sagte er als Anwohner der B 18. Allzu große Hoffnungen auf eine schnelle Lösung konnte ihm Steidele allerdings nicht machen. Es habe zwar bereits Gespräche mit den Bürgermeistern aus Pfaffenhausen und Unterrieden für eine gemeinsame Umfahrung gegeben. Da in Pfaffenhausen der Verkehr auf der B 18 aber bereits nachlasse und sich mehr in Richtung Thannhausen verlagere und in Ober- und Unterrieden wegen des Hochwasserschutzes das Geld fehlt, schieden beide als Partner aus.

Auch Roman Unglert, prangerte den "Parallelverkehr zur Autobahn" an. Für den Fall, dass die B 18 auf den Rang einer Kreisstraße zurückgestuft werden sollte, schlug er vor, diese für Lastwagen zu sperren.

In seinem Fazit zeigte sich Steidele abschließend optimistisch: "Wir werden dieses Jahr gut überstehen." Auch wenn 2011 die Krise spürbar werde, werde man nicht mit einem totalen Ausgaben-Stopp reagieren. Immerhin gewährten die Teilzahlungen der Wasserverbesserung einen finanziellen Spielraum. "Resignation wäre fehl am Platze", so Steidele.

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