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Mindelheim

23.08.2020

Ehrentafel für Mindelheimer Künstlerin Pepi Huith

Selbstportrait der Mindelheimer Malerin Pepi Huith.
Bild: Susanne Hehr

Die Mindelheimer Kunstmalerin Pepi Huith wurde einst verächtlich als "Malweib" verspottet. Ihr zu Ehren hat die Stadt Mindelheim eine Gedenktafel angebracht.

An zahlreichen Gebäuden Mindelheims wurden in den vergangenen 20 Jahren Hinweistafeln angebracht. Seit Kurzem gibt es in der Hohenschlitzgasse eine neue Tafel zur Erinnerung an die Kunstmalerin Pepi Huith und daran, wie beim Einmarsch der Amerikaner in Mindelheim am 26. April 1945 ein Panzer an der Engstelle zwischen der Klostermauer des Maria-Ward-Instituts und dem Haus der Familie Hummel stecken blieb.

Pepi Huith gehörte war Teil der "Malweiber" und wie andere Künstlerinnen nicht an der Akademie zugelassen

Josefine Huith gehörte zu den „Malweibern“, wie malende Frauen um 1900 geringschätzig bezeichnet wurden. An den Akademien waren Frauen noch nicht zugelassen, so erwarben sie ihre Kenntnisse an privaten Kunstschulen im Umkreis der Akademien – auch so bekannte Künstlerinnen wie Paula Modersohn-Becker oder Gabriele Münter.

Josefine Huiths Vater war Lehrer, ihre Mutter stammte aus der Wachszieherfamilie Jocham. Das Haus zwischen Frundsbergstraße und Hohenschlitzgasse blieb ihr Zuhause, mit einer Unterbrechung von ein paar Jahren in München, von der Geburt bis zum Tod, der sie viel zu früh ereilte, weil sie von Anfang an kränklich war. Offenbar war sie körperlich leicht behindert, „pressthaft“, wie man damals sagte.

Bild: Dr. Eva Hummel

Ihren ersten Zeichenunterricht erhielt Pepi Huith bei Franz-Xaver Hartmann in der Mindelheimer Handwerkszeichenschule, als einziges Mädchen. 1896 wurde sie in die königliche Kunstgewerbeschule aufgenommen. Ihr wichtigster Lehrer war Prof. Angelo Jank, der zu den führenden Malern in München gehörte. Etwas später studierte bei ihm auch Max Beringer, allerdings an der königlichen Akademie.

Die Mindelheimer Künstlerin starb mit nur 45 Jahren an einem Herzleiden

Pepi Huith entwickelte einen eigenständigen, virtuosen Malstil mit Einflüssen des Jugendstils, des Impressionismus sowie der neueren Landschaftsmalerei in und um München. Einige kleinere Reisen sind noch bekannt, unter anderem schlug sich ein längerer Aufenthalt am Chiemsee in ihren Arbeiten mit oberbayerischen Landschaften nieder. 1922 starb sie mit 45 Jahren an einem Herzleiden. Ihr Grab ist auf dem Mindelheimer Friedhof. (mz)

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