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Bayerns Ministerpräsident Söder will Corona-Regeln in Kommunen an Grenzwerte koppeln

13.07.2010

Ein Fall von Bekehrung

Mein ganzes Leben (und das ist schon ziemlich lang) war ich bekennender Fußballmuffel. Es war mir immer ein Rätsel, warum sich meine Zeitgenossen über so etwas Banales derart erregen, ja, geradezu eine Weltanschauung daraus machen konnten.

Das Einzige, was mir an Ereignissen wie einer Weltmeisterschaft gefiel, war die außergewöhnliche Ruhe im Land, die während der Spiele herrschte.

Dass ich im Verlauf dieser WM bekehrt wurde, habe ich meinen Kollegen zu verdanken. Sie erlegten mir eine minimale journalistische Informationspflicht auf und begleiteten meinen entsetzten Kommentar: "Aber dann muss ich mir die Spiele ja anschauen!" mit schadenfrohem Hohngelächter.

Das Unerwartete trat ein: Ich leckte Blut, begann mitzufiebern und ließ mich nicht einmal während einer Urlaubswoche in Spanien davon abhalten, die Spiele anzuschauen und bei jedem Tor mitzugrölen. Deutschlands Versagen gegen Spanien stürzte mich in tiefe Niedergeschlagenheit, aus der mich nur das "kleine Finale" erlöste.

Heute kenne ich von jedem in der Nationalmannschaft die Stärken und Schwächen, weiß, was ein Eckball oder eine gelbe Karte ist, und hoffe, dass Jogi Löw Bundestrainer bleibt. Ich bin mir jetzt selber zwar ein wenig unheimlich. Aber dass es auch in fortgeschrittenem Alter noch Metamorphosen gibt, lässt auch wieder hoffen. Ab sofort ist eigentlich alles möglich ...

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