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Mindelheim

20.07.2019

Ein Glücksweg für Mindelheim

Beim Wandern oder Radeln sein Glück finden – das ist das Ziel der Glückswege. Mindelheim macht mit, will aber keine Unsummen dafür ausgeben.
Bild: Hartmann

Touristiker arbeiten am Glückswegenetz. Die Mindelheimer machen mit, finden aber: Eigentlich täte die schöne Natur auch reichen.

Die Idee kommt aus jenem Teil des Allgäus, der von Urlaubern gerne besucht wird. Touristiker hatten sich überlegt, Rad- und Wanderwege mit ganz besonderen Attraktionen aufzuwerten. Die Idee der Glückswege war geboren. Angefragt worden war auch die Stadt Mindelheim. Der Stadtrat hat sich bereit erklärt, mitzumachen – weniger aus tiefster Überzeugung als aus Solidarität den anderen Allgäuer Gebietskörperschaften gegenüber. Das Projekt läuft unter dem Dach der Allgäu GmbH.

2017 informierte die Unterallgäu Aktiv GmbH, dass 19 besondere Wege mit einer Gesamtlänge von 275 Kilometern ausgeschildert werden sollen. Geplant sind sechs Radrundtouren mit einer Länge von 150 Kilometern und 13 Rundwanderwege mit 125 Kilometern Länge. Kirchheim und Pfaffenhausen konzentrieren sich auf die Storchenwelt. In Köngetried soll es einen Quellensteig geben. Und Mindelheim wollte das Thema Herrschaftszeiten mit einem Rundweg aufgreifen.

Davon sind die Planer allerdings wieder abgekommen. Renate Manlig von der städtischen Tourist-Info und Designerin Silke Weiß haben sich auf „Schatzkammer der Natur“ verständigt, um so den einzigartigen Naturlehrgarten einbinden zu können. Der Mindelheimer Glücksweg soll also ein Weg durch die Natur westlich der Stadt werden.

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Der Glücksweg in Mindelheim beginnt an der Schwabenwiese

Die Ideen des Rundwegs stellte Silke Weiß im Stadtrat vor. Ausgehend von der Schwabenwiese soll der Weg über den Naturlehrgarten durch den Tiergarten bis zur sogenannten Mathildenruh, einem kleinen Teich unterhalb der Mindelburg, und weiter bis in die Altstadt führen. Auf diesem Weg sollen bestimmte Glückspunkte entstehen, etwa ein überdimensioniertes Vogelei aus Beton, farbige Ringe oder keltische Regenbogenschüsselchen, die vergrößert nachgebildet werden sollen. Kopien solcher keltischer Fundstücke aus der Nähe von Mindelheim werden in den Mindelheimer Museen präsentiert.

Die Stadträte mochten sich für diese Idee nicht so recht begeistern, auch aus Kostengründen. Eine eigene Gußform müsste hergestellt werden. Auf 800 Euro schätzt Bürgermeister Stephan Winter jedes dieser 120 Kilogramm schweren Schüsselchen. 2500 Euro könnte er über einen Sponsor finanzieren. Herzstück des Wegs soll die Mathildenruh sein. Dieser kleine Teich unterhalb der Mindelburg soll attraktiv bepflanzt werden und einen rot bemalten Ring mit großem Loch erhalten.

Der Glücksweg kostet die Stadt Mindelheim 14.500 Euro

Im Haushalt stehen 14.500 Euro für den Mindelheimer Glücksweg bereit. Mehr ist der Stadtrat nicht bereit dafür auszugeben. Ursula Kiefersauer meinte, der Rundweg um die Mindelburg brauche all das nicht. Die Menschen wollten dort einfach die Natur genießen. Bernhard Lutz (CSU) riet, sich auf die Mathildenruh zu konzentrieren. Thomas Schnabel (CSU) drängte darauf, dass der Weg auch regelmäßig gepflegt werde. Und Josef Doll (Grüne) machte bei der Gestaltung gar „Sektiererisches und Gehirnwäscheartiges“ aus, was den Bürgermeister resigniert anmerken ließ, dass jetzt wieder eine Grundsatzdiskussion beginne.

Im nächsten Jahr kann der Weg fortgeführt werden, hieß es noch in der Sitzungsvorlage. Dazu muss der Stadtrat dann aber bereit sein, mehr Geld für weitere Installationen bereitzustellen. Der Landkreis rechnet mit einem Eigenanteil von 85.000 Euro. 400.000 Euro kostet das Projekt im Unterallgäu gesamt. Der Landkreis rechnet mit einem Zuschuss aus dem Leader-Förderprogramm der Europäischen Union in Höhe von 153.000 Euro.

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