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Jubiläum

04.04.2019

Ein Jahrhundert voller Einsatz für die Gemeinschaft

Marlene Preisinger (links) überreichte im Namen des Landkreises eine Spende an die Vorsitzende des Frauenbunds Monika Färber.
Bild: tiwo

Der Katholische Frauenbund blickt zurück und feiert – mit besonderen Geschenken

Am 16. März 1919, in einer Zeit größter politischer Wirren – der Erste Weltkrieg war zu Ende gegangen, das Kaiserreich zerfallen –, fand im großen Musiksaal des Englischen Instituts die Gründungsversammlung des Frauenbundes – Ortsgruppe Mindelheim – statt. Der damalige Stadtpfarrer Jakob Burkhard hatte dazu den Impuls gegeben. Von Anfang an ging es ihm dabei um die Bildung der Frauen, um die Vertiefung ihres religiösen Lebens sowie um ihre zukünftigen sozialen, kulturellen und politischen Aufgaben in Kirche und Gesellschaft. Es klingt schier unglaublich: Schon wenig später zählte der Verein über 500 Mitglieder. Heute sind es immerhin noch an die 140 Frauen, die dem Gründungsgedanken verbunden sind.

Diese waren als eigentliche Ehrengäste, wie es Monika Färber, die Vorsitzende des Vereins ausdrückte, zu einer Art Dankeschön-Nachmittag ins Mindelheimer Forum geladen. Sie wollte ihnen damit „Vergelt’s Gott“ sagen für die jahre- oder jahrzehntelange Treue, die sie dem Frauenbund erwiesen hatten sowie für die unermüdliche Arbeit, die im Lauf der langen Zeit von ihnen erbracht worden war.

Auch der Präses des Frauenbundes, Dekan Andreas Straub, dankte den Mitgliedern des Vereins für deren Engagement in den verschiedensten Bereichen sowie für das stets gute und engagierte Miteinander. Besonders würdigte er den sozialen Einsatz, der sich wie ein roter Faden durch Mindelheim ziehe. So hatte der Frauenbund, vor allem durch den Erlös aus dem Advents- und Osterbasar, dem Kuchenverkauf, dem Kräuter- und „Boschen“-Binden zu Mariä Himmelfahrt und am Palmsonntag, in den vergangenen zehn Jahren den stolzen Betrag von über 35000 Euro vielen gemeinnützigen Einrichtungen zur Verfügung stellen können.

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Marlene Preisinger gratulierte als stellvertretende Landrätin im Namen des Landkreises und meinte, was in diesen einhundert vergangenen Jahren vom Frauenbund geleistet wurde, sei eigentlich unbezahlbar. Dazu passe das Sprichwort: Die einen warten, dass die Zeit sich wandelt, die anderen packen an und handeln. Dies sei schier unverzichtbar in einer Zeit, die oft von Kälte und von Vereinsamung geprägt ist.

Die Glückwünsche der Stadt Mindelheim sowie einen Scheck überbrachte der dritte Bürgermeister Roland Ahne. Er drückte gleichzeitig die Bitte aus, dass sich der Frauenbund weiterhin dafür einsetze, dass endlich die Gleichstellung von Mann und Frau im Staat und auch in der Kirche erreicht werde. „Weiterhin Flagge zeigen“ wünschte die Diözesanvorsitzenden Desiree Aufderheide und überreichte dazu passend ein Werbesegel mit dem Emblem des Vereins.

Als Glücksfall hatte sich die Verpflichtung des Männerquintetts der Picobellos aus dem Unterallgäu erwiesen, die mit viel Witz, Ironie und Esprit ihre musikalischen Einlagen a cappella zum Besten gaben. Ihr Lied „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück“ im Stil der legendären Comedian Harmonists hätte nicht besser zum emotionalen Höhepunkt der Veranstaltung überleiten können. Angela Herrmannsdörfer vom hiesigen Integrationskreis hatte zwei Gäste mitgebracht: Rashid und Dildar Muhammad. Die beiden waren als Flüchtlinge vor einigen Jahren aus Pakistan nach Mindelheim gekommen. Inzwischen haben sie ihre Gesellenprüfung mit Erfolg abgelegt und eine feste Anstellung bei zwei Bäckern in der Frundsbergstadt erhalten. Der Frauenbund hatte sie seinerzeit mit einem Mietzuschuss finanziell unterstützt. Dafür hatten die beiden in Großbuchstaben das Wort „Danke“ gebacken. Diese Geste war ein sichtbares Zeichen der Anerkennung und zugleich Bestätigung für die bisher geleistete Arbeit des Frauenbunds, etwa auf dem Gebiet der Integration, aber auch eine ermutigende Anregung für zukünftige Aufgaben.

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