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20.06.2009

Ein Kartenspiel nicht nur für Landsknechte

Mindelheim Das hat den Mindelheimer Landsknechten zu ihrem Glück noch gefehlt: ein Kartenspiel, das nicht nur prima zum Zeitvertreib in den Lagern taugt, sondern obendrein die Zeit um 1500 lebendig werden lässt. "Baura Haura" (für Nichtschwaben: Bauern-Raufen) nennt sich das Spiel, dessen Blatt der Mindelheimer Ehrenbürger Erwin Holzbaur in liebevoller Detailarbeit geschaffen hat. Die Gestaltung hat Peter Ruf aus dem Hause Högel übernommen.

Wer sich diese Grundausstattung fürs Frundsbergfest sichern will: Das Blatt gibt es im Büro des Frundsberg-Festringes, in der Geschäftsstelle der Mindelheimer Zeitung und während des Festes in der Gutenberg-Druckerei in der Zunftstraße. Der Erlös übrigens kommt allein einem guten Zweck zugute: Der Freundeskreis Alt-Mindelheim unterstützt damit die Sanierung der Liebfrauenkapelle.

Max Spies vom Fähnlein Helfenstein erzählt, die Hauptleute der Fähnlein hätten die Idee zu dem Kartenspiel gehabt, das ein prächtiges Souvenir fürs Frundsbergfest 2009 darstellt. In einer ersten Auflage sind 500 Kartenspiele im Druckhaus Högel hergestellt worden.

Die Idee war, kein original historisches Spiel neu aufzulegen, sondern sich an der schwäbischen Kartentradition zu orientieren. Und das heißt eben: Die Macher lehnten sich am Schafkopfblatt an.

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Das Spiel erinnert an die turbulente Zeit Anfang des 16. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum. Nach Luthers Thesenanschlag in Wittenberg gärt es landauf, landab. Von Salzburg bis Breisgau kam es zu Unruhen, Memmingen wurde reformatorisches Zentrum. Bauernhaufen hatten für einige Monate die Macht übernommen - mit Dreschflegeln, Spießen, Handbüchsen und Kanonen bekämpften sie die adeligen Herren. Mit dem Blutostern vor Weinsberg fand das Gemetzel 1525 einen traurigen Höhepunkt.

Im Spiel nun kommen viele der Handelnden der damaligen Zeit vor. Da ist etwa Georg III. Truchsess von Waldburg-Zeil abgebildet, der sich als Bauernjörg einen unrühmlichen Namen gemacht hat. Salzburg und Kempten spielen ebenso mit, und natürlich auch Tod und Elend.

Besonders reizvoll für die Mindelheimer dürfte auch sein, dass die echten Hauptleute der vier Fähnlein Frundsberg, Helfenstein, Ems und Schertlin abgebildet sind. Die Originalvorlagen für das Spiel sollen nach dem Frundsbergfest zugunsten der Liebfrauenkapelle versteigert werden.

Bei uns im Internet

Videos mit Szenen aus dem Lands-knechtleben und vom "Üben mit den langen Spießen" finden Sie unter

www.mindelheimer-zeitung.de

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