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Dorfentwicklung

19.10.2018

Ein Schmuckstück für die ganze Gemeinde

Der ehemalige Pfarrhof in Unteregg wurde neu verputzt und passend zur benachbarten Kirche gestrichen. Und auch im Inneren hat sich in den vergangenen rund 18 Monaten auf dem Weg zum Dorfgemeinschaftshaus einiges getan.
Bild: Barnstorf

In Unteregg wird pünktlich zu Kirchweih das neue Dorfgemeinschaftshaus eingeweiht. Darin soll einiges geboten sein

Im ehemaligen Pfarrhof in Unteregg herrscht Hochbetrieb: Bis zuletzt wird dort gearbeitet und geputzt. Schließlich soll das 1780 erbaute Haus pünktlich zur Einweihung am Kirchweihsonntag, 21. Oktober, wieder das sein, was Bürgermeisterin Marlene Preißinger und der Gemeinderat schon seit gut zwei Jahren darin sehen: ein Schmuckstück für die Gemeinde.

Deren Vereinen steht im Erdgeschoss des Dorfgemeinschaftshauses künftig ein rund 50 Quadratmeter großer Saal mit Beamer und Leinwand zur Verfügung, Sitzungen können in einem kleineren Veranstaltungsraum stattfinden. Und die Zeiten, in denen sich der Unteregger Pfarrgemeinderat im Dirlewanger Pfarrhof oder im Wohnzimmer des Vorsitzenden treffen musste, sind nun auch vorbei: Im ersten Stock sind zwei Zimmer kirchlichen Zwecken vorbehalten. Das war die einzige Bedingung, die die Kirche der Gemeinde stellte, als sie ihr das Gebäude überließ.

Daneben gibt es Platz für ein Vereinsarchiv, ein Zimmer soll Jugendlichen und für die geplante Ferienbetreuung zur Verfügung stehen und die „Zukunftswerkstatt“ allen interessierten Bürgern. Die ursprünglich angedachte Bücherei ist nun wohl doch nicht unterzubringen, aber das wird sich laut der Bürgermeisterin zeigen, wenn das Gebäude erst einmal genutzt wird.

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Außerdem gibt es bereits Gespräche mit der Volkshochschule: In einem weiteren großen Raum will sie Trommel-, Gitarren- und Ukulele-Kurse anbieten und in der Küche Kochkurse für Erwachsene und Kinder. Dass die Küche auch für eine Bewirtung genutzt wird, ist – wie Marlene Preißinger schon bei der Vorstellung des Projekts vor zwei Jahren betont hatte (wir berichteten) – nicht vorgesehen. Sie soll lediglich als Teeküche dienen. „Da drin wird nichts gegessen. Das fangen wir gar nicht an“, sagte sie. Schließlich soll das Dorfgemeinschaftshaus nicht mit dem benachbarten Gasthaus Adler in Konkurrenz treten, sondern mit ihm und der Kirche eine Einheit bilden, die das Dorf lebendig hält.

„Da drin soll jeder sein“, wünscht sich Preißinger, die sich auch gut vorstellen kann, den Veranstaltungsraum im Erdgeschoss für wöchentliche Seniorentreffen zu nutzen. In dem breiten, hellen Flur könnten Künstler ihre Werke zeigen und die ersten Vereine sind auch schon aktiv: Um den idyllischen Garten kümmert sich der Obst- und Gartenbauverein, der Imkerverein Dirlewang steuert einen Bienen-Lehrpfad bei und der Schützenverein wird seinen traditionellen Weihnachtsmarkt heuer erstmals auf dem Gelände veranstalten. Auch das Sommerfest des Musikvereins könnte künftig dort stattfinden.

Wer das Dorfgemeinschaftshaus nutzen will, muss lediglich für die Reinigungs- und Heizungskosten ankommen. „Verdienen tun wir daran nichts“, sagt die Bürgermeisterin, die mit dem Verlauf der rund 18-monatigen Sanierung rundum zufrieden ist. „Es ist alles überraschend gut gegangen“, sagt sie – und freut sich, dass auch die Kosten im geplanten Rahmen blieben. 600000 Euro wird die Sanierung insgesamt kosten, 60 Prozent davon fließen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (Eler) an die Gemeinde zurück. Besonders hebt Preißinger die gute Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutzamt hervor. Sie ist überzeugt: „Das ist ein Schmuckstück.“

Einen ersten Eindruck davon konnten sich die Unteregger bereits am Tag der Landtagswahl verschaffen, als ein Raum des Dorfgemeinschaftshauses zum Wahllokal wurde. Im kommenden Frühjahr will die Gemeinde dann noch ein Nebengebäude errichten. Es ersetzt die frühere Scheune, die bereits abgerissen wurde.

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