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29.11.2017

Ein „Spielplatz“ für junge Filmemacher

Das Schwäbische Kinder- und Jugendfilmfestival findet am kommenden Wochenende erstmals in Türkheim statt. Darauf freuen sich (von links): Kai Erfurt (Filmhaus Huber), Claudia Junker-Kübert (Geschäftsführerin Bezirksjugendring), Nicole Lohfink (Medienstelle Augsburg) und BezJR-Vorsitzender Manfred Gahler.
Bild: Alf Geiger

Das Schwäbische Kinder- und Jugend-Filmfestival findet am kommenden Wochenende erstmals in Türkheim statt. Ein Hauch von „Hollywood“ soll nicht erst bei der Gala mit Preisverleihung durch das Filmhaus Huber wehen

Kai Erfurt vom Filmhaus Huber griff einfach mal zum Telefonhörer und rief direkt beim Bezirksjugendring (BezJR) in Augsburg an: „Hallo, wir würden gerne auch mal das Schwäbische Kinder- und Jugendfestival bei uns ausrichten“, sagte Kai Erfurt zu Claudia Junker-Kübert, Geschäftsführerin des BezJR. Die war total verdutzt und glaubte fast an einen „Scherz“-Anruf – immerhin hatte das Türkheimer Filmhaus Huber keine finanziellen Interessen, sondern einfach „Bock, dieses Festival auch mal nach Türkheim zu holen“, wie es Kai Erfurt formuliert.

Seine Idee fiel auf mehr als fruchtbaren Boden – nur allzu gerne nahm der Bezirksjugendring die Einladung nach Türkheim an: Nicht nur, weil hier ideale technische und räumliche Voraussetzungen zur Verfügung stehen, sondern auch, weil die rund 120 Teilnehmer und die (hoffentlich) zahlreichen Fans im Filmhaus und drumherum optimal betreut werden können.

So ganz zufällig war das Interesse von Kai Erfurt aber auch nicht: Er selbst nahm vor zehn Jahren am Filmfestival für Nachwuchs-Filmemacher teil und hat noch heute Kontakt zu den Teilnehmern von damals. Ein guter Teil seiner Kino-Begeisterung wurde daher beim Kinder- und Jugendfilmfestival geweckt – und davon möchten Kai Erfurt und sein Chef Rudolf Huber den jungen Kino-Kids so viel wie möglich zurück geben.

Am kommenden Freitag und Samstag wird das Filmhaus Huber also zum schwäbischen „Mini-Hollywood“ und spätestens bei der Gala am Samstagabend ab 19.30 Uhr mit der Prämierung der besten Filme und der Verleihung der „Schwäbischen Klappe“ für die besten Filme wird ein Hauch von „Oscar-Verleihung“ durch den Kinosaal wehen, verspricht auch Manfred Gahler, Vorsitzender des Bezirksjugendrings Schwaben. Die Preise werden dann vom stellvertretenden Bezirkstagspräsidenten Alfons Weber überreicht.

Doch viel wichtiger als der Wettbewerb ist den Veranstaltern der „Wow“-Effekt“, den die jungen Nachwuchs-Filmemacher bei dieser Veranstaltung erleben können. „Das Miteinander der Teilnehmer, der Austausch untereinander und der gemeinsame Spaß stehen für alle im Vordergrund“, betont Nicole Lohfink, die als kommissarische Leiterin der Medienstelle Augsburg auch einen professionellen Blick auf die Beiträge geworfen hat.

Insgesamt 16 Filme wurden für das Kinderfilmfestival eingereicht, für das Jugendfestival waren es sogar 41 – „Rekordbeteiligung“, freut sich BezJR-Vorsitzender Manfred Gahler. Das hohe Niveau in beiden Kategorien hat auch die Mitglieder der Jury erstaunt – vom einzelnen Filmemacher bis zur Projektarbeit ganzer Schulklassen oder Arbeitsgruppen in Jugendhäuser – alle haben das erreicht, was für einen Filmemacher wohl das Wichtigste ist: „Sie haben uns überrascht und begeistert“, sagt Nicole Lohfink.

Wer am Ende einen Preis bekommt und sich mit der „Schwäbischen Klappe“ für das Bayerische Kinder- und Jugendfestival qualifiziert, steht für die Organisatoren dabei gar nicht so sehr im Rampenlicht: Es ist die Erfahrung, die Teamarbeit, die Auseinandersetzung mit einem Thema und die technische Umsetzung einer Idee in ein gemeinsames Projekt, das dann als Film ein breites Publikum erreichen kann.

„Auf diesem Weg bekommen die Teilnehmer so viel Medienkompetenz mit auf den Weg“, freut sich auch Jochen Mack vom Bezirksjugendring. Und als Vater eines Jugendlichen weiß er auch um die Bedeutung einer solchen Zusammenarbeit: „Die Kids machen aus einer Idee ein fertiges Projekt“.

Das Kinder- und Jugendfestival wird so also zu einem „Spielplatz“ für junge Filmemacher, die hier gewonnenen Erfahrungen reichen – wie bei Kai Erfurt – sehr oft weit über das Festival selbst hinaus. „Viele haben hier ’Blut geleckt’ und oft auch etwas für ihr späteres Berufsleben mitgenommen“, weiß Claudia Junkert-Kübert.

Angesichts der großen Beteiligung wurde heuer auch erstmals das Kinder-Filmfestival zu einem eigenständigen Wettbewerb aufgewertet und bekommt den ganzen Freitag für sich: Vormittags kommen Schulklassen aus der Umgebung ins Filmhaus Huber und dürfen die Beiträge anschauen, nachmittags ab 14 Uhr werden dann die jungen Filmemacher aus ganz Schwaben persönlich vor Ort sein. Aus dem Unterallgäu nimmt Sabrina Ringwald aus Bad Wörishofen mit ihren Animationsfilm „Die Kinder des Sommerferienprogramms“ teil, der in der Kategorie „Was ist Heimat“ läuft. Die Klasse 4 a der Grundschule Markt Rettenbach hat ein Musikvideo mit dem Titel „Hallo Frühling“ eingereicht.

Gäste sind natürlich ebenso willkommen wie am Samstag, wenn ab 10 Uhr das Jugendfilmfestival eröffnet wird. Aus dem Unterallgäu sind die Mittelschule Babenhausen, das Kinderparlament Bad Wörishofen, das Jugendcafé Frox aus Mindelheim, die Ministranten aus Ottobeuren, das Interkulturelle Filmteam MMO aus Ottobeuren, das P-Seminar des JBG Türkheim, Marius Macarei aus Memmingen, Mind Projects aus Memmingerberg und thesimsn aus Buchloe dabei. Neben Workshops gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm im Filmhaus Huber und im Jugend-Café Coroa.

www.jufinale.de/schwaben

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