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Landvolktag

01.02.2018

Ein „Weiter so!“ kann es nicht geben

Über die Zukunft der bäuerlichen Familienbetriebe machten sich am Rande des 45. Landvolktages in Mittelrieden Gedanken (von links): Hans Mayer, Vizelandrätin Marlene Preißinger, Bürgermeister Robert Wilhelm, Referent Sepp Rottenaicher, die Vorsitzenden Zenta und Josef Neher, Landvolkseelsorger Josef Mayer sowie Ex-Landwirtschaftsminister Josef Miller.
Bild: iss

Katholiken machen sich in Oberrieden Gedanken über die Zukunft der Landwirtschaft

„Landwirtschaft und ländlicher Raum – Humus der Gesellschaft? Dieser Frage ging Sepp Rottenaicher beim 45. Unterallgäuer Landvolktag im Gasthaus Sonne nach. Mit den etwa 120 Teilnehmern war sich der Referent einig. „Ein weiter so in der Agrarpolitik darf es nicht geben.“ Energisch wandte sich Rottenaicher, selbst praktizierender Landwirt und Mitglied im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken gegen „weiteren Flächenfraß“, beklagte das Bauernsterben in Bayern und warnte vor den dramatischen Folgen des Insektensterbens.

Bäuerlicher oder agrarindustrieller Weg. Ein Thema, das derzeit auch das katholische Landvolk sehr beschäftigt. Dazu der Referent wörtlich: „Eine endliche Welt kann nicht unendlich wachsen“. „Also weg vom Wachstumswahn in allen Bereichen“, forderte er. In diesem Zusammenhang trat Rottenaicher auch für artgerechte Tierhaltung ein und nannte leistungswillige, bäuerliche Familienbetriebe „Resourcenspeicher der Landwirtschaft“. Der Referent warb für ein verantwortungsvolles Umgehen mit der Schöpfung und für nachhaltiges Handeln bei der Nutzung der Wälder. Letztlich konfrontierte er das Landvolk auch mit der Frage „Wohin geht die Reise, wer wird unser Land auch in Zukunft bewirtschaften?“ Dazu seine eindeutige Antwort: „Ohne Bauern gibt es keine Zukunft und an einer konsequenten Ökologiesierung führt kein Weg vorbei.“ Zu Wort meldete sich auch Oberriedens Rathauschef Robert Wilhelm. Der Bürgermeister stellte den Mitglieder der Kaholischen Landvolkbwewegung im Unterallgäu seine landwirtschaftlich stark geprägte Gemeinde und ihre Einrichtungen vor und blätterte in der Geschichte des Ortes und berichtete vom Bemühen der Kommune, landwirtschaftliche Gebäude umzunutzen. „Damit der Ortskern erhalten bleibt und keine neuen Baugebiete entstehen“, so Wilhelm. Zum Auftakt des Landvolktages feierte Bayerns Landvolkseelsorger Josef Mayer in Konzelebration mit Landvolkseelsorgern und Priestern aus der Region in der Pfarrkirche St. Martin einen festlichen Gottesdienst.

„In den Stürmen unserer Zeit immer wieder den schlafenden Jesus entdecken“, forderte Pfarrer Mayer in seiner Predigt und gab zu bedenken: „Nur wer achtsam mit der Schöpfung umgeht, nimmt wahr, was die zukünftige Welt braucht.“ Für musikalische Unterhaltung sorgte bei der Veranstaltung ein Bläser-Quintett der Musikkapelle Oberrieden. (iss)

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