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Prämie

10.10.2014

Ein Zuschuss für die Weiterbildung

Birgit Steudter-Adl Amini.
Bild: hak

Wer im Job vorankommen will, kann dafür vom Staat bis zu 500 Euro bekommen

Leicht irritiert bleibt ein Mann vor dem Fenster der Unterallgäuer Bildungsberatung stehen. Auf einem Plakat steht dort: „Biete Weiterbildung, zahle gut!“ Es wirbt für die Bildungsprämie, die jetzt in die dritte Phase geht. Bildungsberaterin Birgit Steudter-Adl Amini erklärt, was es mit der Prämie auf sich hat und wie man sie bekommt.

Was ist die Bildungsprämie?

Mit der Bildungsprämie fördert der Staat die berufliche Weiterbildung, also alle Kurse, die der beruflichen Qualifizierung oder Umorientierung dienen. Möglich sind zum Beispiel Sprach- oder EDV-Kurse, kaufmännische Fortbildungen oder etwa auch Kurse zur Wundversorgung für eine Arzthelferin. Das Tolle ist, dass man sich die Kurse selbst aussuchen kann. Sie müssen lediglich von einem qualifizierten Weiterbilder öffentlich angeboten werden. Ansonsten sind alle Kurse förderfähig, die den Teilnehmer in seinem beruflichen Werdegang voranbringen und dazu beitragen, seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen oder zu verbessern – und die maximal 1000 Euro kosten.

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Wie hoch ist die Prämie?

Die Prämie deckt die Hälfte der Kursgebühr, maximal 500 Euro. Die eine Hälfte bezahlt also der Teilnehmer, die andere das Bundesverwaltungsamt über ein Förderprogramm des Europäischen Sozialfonds (ESF) – ohne, dass der Teilnehmer dieses Geld vorher auslegen muss.

Kann jeder die Bildungsprämie bekommen?

Nein, seit der neuen Förderphase muss man mindestens 25 Jahre alt sein, mindestens 15 Stunden pro Woche in einem festen Arbeitsverhältnis arbeiten und das zu versteuernde Jahreseinkommen darf 20000 Euro nicht übersteigen. Bei gemeinsam veranlagten Paaren liegt die Grenze bei 40000 Euro. Interessant ist auch, dass die Prämie auch Mütter oder Väter in Elternzeit bekommen können – wenn ihr Arbeitsverhältnis noch besteht.

Wie kommt man an die Prämie?

Wer sich gerne fortbilden möchte, aber noch nicht so recht weiß, wie und wo, oder allgemeine Fragen hat, kann die kostenlose Bildungsberatung in Anspruch nehmen. Wer dagegen bereits einen Kurs im Auge hat, klärt zunächst mit dem Anbieter, ob er die Bildungsprämie akzeptiert. Ist das der Fall, vereinbart er einen Termin mit mir oder meiner Kollegin in Memmingen, um sich den Prämiengutschein ebenfalls kostenlos ausstellen zu lassen.

Braucht man dazu irgendwelche Unterlagen?

Mitzubringen sind ein Lichtbildausweis, also zum Beispiel der Personalausweis, der Führerschein oder der Reisepass, der Arbeitsvertrag oder die Lohnabrechnungen der vergangenen drei Monate und der Einkommenssteuerbescheid des letzten oder vorletzten Jahres.

Wie lange dauert es dann, bis man den Gutschein bekommt?

Der wird gleich direkt vor Ort ausgestellt und ausgehändigt und ist ab dem Ausstellungsdatum sechs Monate gültig.

Kann man den Gutschein auch noch beantragen, wenn der Kurs bereits begonnen hat?

Das ist leider nicht möglich. Den Gutschein kann man nur einsetzen, wenn die Fortbildung noch nicht begonnen hat, noch keine Kursgebühr bezahlt und auch keine Rechnung ausgestellt wurde.

Ist es möglich, mehrfach von der Prämie zu profitieren?

Ja, das ist möglich. Alle zwei Kalenderjahre kann ein neuer Gutschein ausgestellt werden. Interview: Sandra Baumberger

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