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Markt Wald

10.07.2019

Ein besonderer Hörgenuss in Markt Wald

Der Projektchor hatte extra zum historischen Fest in Markt Wald die „Missa festiva“ von Christopher Tambling einstudiert. Gemeinsam mit dem Duo „Saitenspuren“ präsentierten die Sänger das Werk in der Kirche.
Bild: Schmid

Der Projektchor begeistert zusammen mit dem Duo Saitenspuren beim historischen Marktfest.

Zum „Historischen Marktfest“ in Markt Wald gehörte auch ein Festkonzert, eine besinnliche Stunde in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Mathias Jannetti, am Ringeisen-Gymnasium der St. Josefkongregation in Ursberg für die Fachbetreuung Musik zuständig, ist außerdem Organist der Pfarrkirche. Er rief zu einem Projektchor auf, bei dem 38 Sängerinnen und Sänger vom Männerchor, dem Kirchenchor und Regenbogenchor in zehn Proben die „Missa Festiva“ von Christopher Tambling (1964-2015) einstudierten. Die „Missa Festiva“ ist ein dreistimmiges, kurzes Messeordinarium. Es ist klangschön und strahlt Frische und Natürlichkeit aus. Mit diesen sehr positiven Eigenschaften passt es sehr gut in die Renaissancezeit und somit zum Historischen Marktfest nach Markt Wald.

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Gemeinsam mit dem Auftritt vom „Duo Saitenspuren“ mit Edith Lehner und Norbert Neunzling wurde es zu einem besonderen, kleinen und feinen Konzert. Die beiden hervorragenden Gitarreninterpreten – sie studierten klassische Gitarre am Leopold-Mozart-Konservatorium in Augsburg – hatten je eine Knickhalslaute mitgebracht. Diese Laute wurde bereits ab dem zehnten Jahrhundert gebaut. Die zarten Töne, die Edith Lehner und Norbert Neunzling ihnen entlockten, sorgten für eine meditative Stimmung. Sie spielten Originalkompositionen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Unter anderem waren Werke von John Dowland und Francesco da Milano zu hören. Verzaubernd erklang das Stück „Lord Chamberlain’s Galliard“ und das „Spagna“. Wer kennt nicht das traditionelle, sehr beliebte „Greensleeves“, dessen Komponist nicht überliefert ist? Für Lehner und Neunzling ein Grund, es mit selbst arrangierten Variationen hören zu lassen. Virtuos trugen die beiden Lautenspieler den „Canon for two ludes“ von da Milano vor. Beim „Piva“, einer Komposition von Joan Ambrosia Dalza, zupfte Edith Lehner die dunklen Grundtöne, während Norbert Neunzling die Melodie spielte.

Man könnte sagen, sie „füllten die Lücken“ zwischen dem Kyrie, Gloria, Sanctus, Benedictus und dem vom Chor mit großer Andacht vorgetragenen „Agnus Dei“. Doch das würde dem Vortrag der beiden Musiker nicht gerecht. Beides, die „Missa Festiva“ und die Lautenwerke ergänzten sich in hervorragender Weise. Ein Hörgenuss ohne jede Eitelkeit der jeweiligen Interpreten.

Da Mathias Jannetti nicht gleichzeitig den Chor leiten und an der Orgel begleitend spielen konnte, hatte er die Orgelpartien aufgenommen und ließ sie präzise abspielen. Ralf Wohlfahrt, sonst bekannt für seine rasanten und kräftigen Trommelschläge während des Marktfestes, nahm hier das Tamburin in die Hand und machte es zum passenden, leise klingenden Begleitinstrument. Dass die Chormitglieder in ihren historischen Gewändern auftraten, war für sie selbstverständlich und ein hübscher Anblick. Ebenso natürlich kam von den Gästen langanhaltender, kräftiger, wohl verdienter Applaus.

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