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Bad Wörishofen

29.09.2019

Ein bezaubernder Start ins Festival der Nationen

Zwölf Jahre alt ist Chloe Chua, die beim Eröffnungskonzert des Festivals der Nationen das erste Ausrufezeichen setzte.
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Zwölf Jahre alt ist Chloe Chua, die beim Eröffnungskonzert des Festivals der Nationen das erste Ausrufezeichen setzte.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand

Plus Beim Eröffnungskonzert zeigt das Festival der Nationen in Bad Wörishofen eindrucksvoll, dass es auch im 25. Jahr nichts von seiner Strahlkraft verloren hat.

Und dann sitzt man da, im Kursaal beim Eröffnungskonzert des Festivals der Nationen und denkt: Was hab ich eigentlich mit zwölf gemacht? Wenn ich mich recht erinnere, wollte ich damals Winnetou oder Old Shatterhand werden, oder beides. Aber sonst?

Und dann steht sie da, dieses bezaubernde Mädchen, zwölf Jahre alt, in ihrem zartrosafarbenen Tüll-Kleidchen und den Ballerina-Schühchen und man denkt: Wie süß!

Die zwölfjährige Chloe Chue begeistert mit Mozart beim Festival der Nationen in Bad Wörishofen

Und dann zeigt Chloe Chua, warum sie Junior-Preistägerin beim Menuhin-Wettbewerb ist. Sie spielt Violine. Oder, nein: Sie spielt mit ihrer Violine, sie lebt Violine, sie lässt ihr Instrument eins werden mit sich und sie spielt das Konzert für Violine und Orchester in b-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart so unschuldig und zart, so zerbrechlich und leicht und gleichzeitig so souverän, dass man wirklich zwei, drei oder besser viermal hinsehen muss, um das auch wirklich glauben zu können: Diese Künstlerin dort oben ist zwölf Jahre alt. Ja, tatsächlich: Erst zwölf Jahre alt.

Ein bezaubernder Start ins Festival der Nationen

Mit diesem Eröffnungskonzert ist den Veranstaltern des Festivals der Nationen, den Brüdern Winfried und Werner Roch, ein ganz besonderer Moment gelungen, der die Botschaft dieser weit über die Kurstadt hinaus reichenden Konzertreihe nicht hätte besser in einem Bild zusammenfassen können: Hier stehen Stars und junge Weltelite wirklich im Mittelpunkt!

Viele Fotos vom ersten Festivalwochenende:

Ein bezaubernder Start ins Festival der Nationen
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Wieder viel Prominenz beim Festival in Bad Wörishofen
Bild: Bernd Feil, Marcus Barnstorf

Hier beim Festival der Nationen treffen sich in Bad Wörishofen Talent und Erfahrung, hier spielen junge Künstler mit Weltstars der Klassik, sie begegnen sich auf Augenhöhe und beschenken sich gegenseitig mit einmaligen, unvergesslichen Erfahrungen und Momenten. Stars und junge Weltelite – beim Festival der Nationen ist das viel mehr als nur ein griffiger Slogan.

Der Auftritt der zwölfjährigen Chloe Chua aus Singapur, die schon mehrere internationale Auszeichnungen eingeheimst hat, sollte aber nur der Auftakt zu einem bemerkenswerten Abend sein, der immer wieder deutlich machte, wie stark die Strahlkraft dieses Bad Wörishofer Festivals sein kann.

Stars und junge Weltelite: Die Sopranistin Regula Mühlemann, Jahrgang 1986, aus Luzern, die im Vorjahr den Opus Klassik als „Nachwuchskünstlerin des Jahres“ holte – im atemberaubend-roten Abendkleid und mit einer Stimme, die nicht zuletzt mit der Arie der Königin der Nacht „Der Hölle Rache“ aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ das Publikum begeisterte.

Stars und junge Weltelite: Olga Scheps, die mit fünf Jahren Klavierspielen lernte und mit 16 ihr Studium an der Musikhochschule begann, die mit ihrem Solo-Album die Nummer 1 der Klassik-Charts eroberte und für ihr Album „Chopin“ mit dem Echo Klassik in der Kategorie „Newcomerin des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Die 33-Jährige verlieh dem Flügel auf der Bühne des Kursaals buchstäblich Flügel und entführte das Publikum aus dem eher tristen Kursaal, trug es mit dem Konzert für Klavier und Orchester in c-Moll hinaus in die Fantasie und nahm es mit in das Theatro Fenice in Venedig oder in die Wiener Staatsoper.

Stars und junge Weltelite: Umberto Benedetti Michelangeli ist zwar bestimmt kein Newcomer mehr, als Star-Dirigent führte er das hochkarätig besetzte Kammerorchester Basel dezent und kraftvoll, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Langer, begeisterter Applaus war der Dank für die Künstlerinnen und Künstler, die sich zu Beginn des Abends noch etwas hatten gedulden müssen, bis Bad Wörishofens Bürgermeister Paul Gruschka die zahlreichen Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft begrüßt hatte und Kultusminister Michael Piazolo als Schirmherr das 25. Festival der Nationen offiziell eröffnet hatte.

Zur "Geburtstagsfeier" des Festivals der Nationen waren viele bekannte Gesichter gekommen - und einige neue...

Natürlich waren – wie immer – alle gekommen, die sich Jahr für Jahr beim Festival der Nationen treffen – viele davon tatsächlich schon seit 25 Jahren. Der frühere Bundesminister Eduard Oswald, der ehemalige Landwirtschaftsminister Josef Miller, Klaus Holetschek, CSU-Landtagsabgeordneter und Altbürgermeister der Stadt Bad Wörishofen, der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke, Landrat Hans-Joachim Weirather und der frühere Regierungspräsident Ludwig Schmid – begleitet von ihren Ehefrauen. Nicht gekommen war Entwicklungsminister Gerd Müller ( CSU), und die Begründung sorgte für einige Lacher: „Die Regierungsmaschine konnte irgendwie nicht fliegen“, entschuldigte Bürgermeister Paul Gruschka schmunzelnd den Minister.

Einer wurde besonders schmerzlich vermisst: Altlandrat Hermann Haisch, der als Ehrenvorsitzender des Fördervereins als einer der wichtigsten Unterstützer des Festivals gilt, konnte krankheitshalber nicht bei seinem geliebten Festival dabei sein. Die allerbesten Genesungswünsche aller Anwesenden zeigten sich dann auch in einem donnernden Applaus.

Auch in diesem Jahr verliehen die Stars aus Funk und Fernsehen dem Eröffnungskonzert und dem anschließenden Mitternachtsdinner einen besonderen Glanz: Zu den Stammgästen gehören schon seit Jahren Moderatorin Carolin Reiber, die Kessler-Zwillinge, die Schauspieler Günther Maria Halmer und Christian Wolff und, natürlich, Franz „Bulle“ Roth, der wenige Stunden später beim Golf-Cup wieder groß aufspielte.

Nicht zu vergessen die vielen Sponsoren, Kuratoren und Donatoren, die mit ihrer finanziellen Unterstützung das Klassik-Event überhaupt erst möglich machen und die es sich alle nicht nehmen ließen, „ihrem“ Festival der Nationen zum „25. Geburtstag“ zu gratulieren – und natürlich auch, um sich das exquisite Mitternachtsmenü im Steigenberger Hotel Der Sonnenhof schmecken zu lassen.

Und dann steht sie da, die zwölfjährige Chloe Chua, kurz vor Mitternacht auf der Treppe im Hotel Steigenberger und bedankt sich artig beim Publikum, den Veranstaltern, dem Dirigenten, den Musikern und auch noch bei allen anderen.

Ja, und dann, wie sie da so steht in ihrem Frottee-Hoodie mit Kapuze, mit den müden Augen und dem zerbrechlich wirkenden Körper – dann wird aus dem Top-Talent und Nachwuchs-Star für einen Moment lang doch wieder das zwölfjährige Mädchen, dass jetzt offensichtlich nur noch eins will: Ganz schnell ins Bett.

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