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18.03.2009

Ein bronzenes Ferkel für den Marienplatz?

Mindelheim (jsto) - Die Mariensäule ist neu herausgeputzt, der Marienplatz selber nach dem großen Umbau im vergangenen Jahr kaum wiederzuerkennen. Nur eines fehlte noch: der Trinkbrunnen in der Nähe des Rathauseingangs, der von Anfang an geplant war. Mit diesem Thema befasste sich nun der Umwelt-, Verkehrs- und Bauausschuss, musste im Verlauf der Debatte aber feststellen, dass sich über nichts trefflicher streiten lässt als über Kunst.

Besucher der Sitzung wunderten sich gleich zu Beginn über eine steinerne Figur, die mitten im Sitzungssaal platziert war. Es handelte sich dabei um eine bronzene Darstellung eines Ferkels, also gewissermaßen um ein Wildschweinbaby. Dieses Werk ist von der Künstlerin Gertrud Nein aus Ebermannstadt, die vor Jahren bereits auf dem Mindelheimer Theaterplatz die Tiergruppe geschaffen hatte.

Mit diesem Werk hat sich Nein im Rathaus und im Stadtrat einen guten Namen gemacht. Als klarer Befürworter des Schweine-Brunnens auf dem Marienplatz gab sich Vizebürgermeister Herbert Kugler zu erkennen, der die Sitzung leitete. Kugler meinte, es könnte "ganz witzig" sein, auf dem Marienplatz eine Schweinefigur aufzustellen. Er finde es jedenfalls schön, wenn "jemand Schwein" hat. Freilich räumte er auch ein, dass man bei Schweinen auch etwas anderes assoziieren könne. Aber das hänge eben davon ab, mit welcher Perspektive man an das Thema herantrete.

Zustimmung signalisierte auch Stefan Drexel (Freie). Kunst habe vielfältige Gesichter, philosophierte Drexel und nannte das Objekt "eine nette Sache". Zwar werde es sicher ein paar Gegenstimmen geben, aber das sei ja immer der Fall. Auch Ingrid Friedrich (SPD) ließ erkennen, dass sie die Ferkeldarstellung als Bereicherung für den Marienplatz wertet.

Ein bronzenes Ferkel für den Marienplatz?

Die Kosten bezifferte Herbert Kugler mit 5500 Euro für die Figur und 6500 Euro für den Gipsstein, auf dem das Schwein stehen soll. Weitere maximal 1500 Euro sind notwendig für den Wasseranschluss.

Die fast schon vollzogene Stimmung drehte sich dann doch noch überraschenderweise, als Hannelore Lutzenberger (Bürgergemeinschaft) fragte, warum kein Mindelheimer Künstler gefragt worden sei. Beim Theaterbrunnen habe das schon "böses Blut" gemacht.

Ursula Kiefersauer (CSU-Fraktion) ging noch einen Schritt weiter. Sie hatte offenbar grundsätzliche Bedenken, was das Motiv des Brunnens anging. Die Grundidee mochte sich ihr nicht so recht erschließen. "Ich scheue mich, heute die Hand zu heben und zuzustimmen", sagte die Stadträtin, "und morgen werden wir alle gegeißelt". Gegeißelt im übertragenen Sinne durch all jene, die ein Schwein auf dem Marienplatz nicht gar so überzeugend einstufen.

Das Ende vom Lied: Jetzt werden alle Mindelheimer Künstler dazu eingeladen, Entwürfe für den Trinkbrunnen einzureichen.

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Stimmen Sie ab: Braucht der Marienplatz einen Schweinchen- Brunnen, oder nicht

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