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Bockbierfest

28.03.2019

Ein digitaler Dirigent und sehr analoge Töne

Johannes Fischer, Maxi Raith und Manfred Heiß bei einer der zahlreichen musikalischen Einlagen des Markt Walder Bockbierfestes.
Bild: Stegen

In Markt Wald serviert die Kapelle Musik und Spaß in guter Mischung

Dirigent Manfred Heiß ließ das „Prosit auf die Gemütlichkeit“ im Markt Walder Adlersaal anstimmen und die Gäste ließen sich nicht lange bitten. Beim Bockbierfest gab es den speziell für die Fastenzeit gebrauten Gerstensaft und besondere Schmankerl. Begleitet wurde das wohlige Beisammensein von „Rosamunde“ und vielen anderen Ohrwurmmelodien der Blasmusik im Polka-, Marsch- und Walzerschritt. Damit nicht genug. Denn es gab es bei einer Tombola auch etwas zu gewinnen. Je nach Losglück konnten die Gewinner nach Aufruf von Alexander Zinken gleich den einen oder anderen Artikel des täglichen Bedarfs mit nach Hause nehmen.

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Ans Eingemachte ging es beim satirischen Jahresrückblick von Julia Schmid und Stefan Strodel als „Markt“ und „Wald“. Einige Vorfälle haben die Gemeinde bewegt und konnten bis heute nicht geklärt werden. Dazu gehören neben der Frage nach Ansiedlung eines Supermarktes die vier Prinzen in nur einer Faschingssaison und die wilden Biesler, die weder vor Polizeiautos noch dem Feuerwehrhaus Halt machen. Das Derblecken der beiden blieb nicht der einzige Höhepunkt des Abends. Etwas später inszenierten Manfred Heiß und seine Musikanten die Südböhmische Polka mit dem digitalen Dirigenten am Pult, der sich per Fernbedienung steuern ließ. Da brauchte Mastermind Heiß nichts weiter zu tun als die richtigen Knöpfe zu drücken, um die Musikwiedergabe wie beim CD-Player mit Stop, Pause oder im Modus „Schneller Vorlauf“ oder „Rückwärts“ abzurufen. Außerdem beantworteten Heiß und Isabel Wengler musikalisch im Duett die Frage „Kannst du Knödel kochen?“

Anschließend machte er klar, dass das Kochen die eine Sache ist, auf die der Verzehr folgt, der mit der Verdauung einhergeht. Und die ist – so Heiß in amüsanter Versform – nicht selten mit ebenso unfeinen wie unerwünschten zugleich aber schwer zu unterdückenden Geräuschen verbunden. Die Rede ist vom gemeinen Furz, der Alt und Jung, Arm und Reich gleichermaßen heimsuche, plage und befreie.

Ein digitaler Dirigent und sehr analoge Töne

Gewissermaßen lautmalend orchestrierte Johannes Fischer die lyrischen Anflüge mit seiner Tuba.

Entspannt ging es weiter und so richtig ans Aufhören dachte auch um Mitternacht und mit der Auflösung der unvermeidlichen Saalwette noch niemand. „Wie hoch ist das Gesamtalter aller Musiker der Kapelle?“, lautete die Frage. 569 Jahre war die Antwort. Doch von diesem hohen Alter war beim Bockbierfest so gar nichts zu spüren. (stn)

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