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Kirchheim

25.07.2019

Ein echter Bergonzoli in der Kirchheimer Schule

Einen echten Bergonzoli haben die Schüler der Klasse 3/4 in den Eingangsbereich der Kirchheimer Grundschule gemalt. Das Bild zeigt sie und Mauro Bergonzolis Töchter Victoria, Blue und Margherita zusammen mit (hinten von links) Bürgermeister Hermann Lochbronner, Landrat Hans-Joachim Weirather, Klassenleiter Ludwig Förner, Schulleiter Bernd Petzenhauser, Franziska Gräfin Fugger von Babenhausen und Mauro Bergonzoli.
Bild: Franziska Gräfin Fugger von Babenhausen

Die Schüler der Grundschule Kirchheim durften ganz offiziell eine Wand bemalen – und das auch noch mit einem bekannten Künstler.

Einige Schüler sind sofort begeistert, andere noch ein bisschen irritiert: „Die Kuh hat ja nur ein Auge“, moniert einer, als er zum ersten Mal das Wandgemälde sieht, das der Tiefenrieder Künstler Mauro Bergonzoli mit den Schülern der Kombiklasse 3/4 im Eingangsbereich der Grundschule Kirchheim gemalt hat. „Das ist Kunst! Und das Auge ist dem sein Logo“, kontert umgehend einer der jungen Mit-Maler, denen das ungewöhnliche Projekt großen Spaß gemacht hat. Eine ganze Wand ihrer Schule verschönern und das auch noch mit einem international renommierten Künstler – diese Gelegenheit bietet sich nicht alle Tage.

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Den Anstoß dazu hatte Mauro Bergonzoli selbst gegeben. Seine Tochter Blue besucht die Grundschule und weil er außerdem gerne mit Kindern zusammenarbeitet – erst vor Kurzem durften ihm junge Künstler in der Münchner Villa Stuck über die Schulter schauen und sich so inspirieren lassen – kam eins zum anderen. Schulleiter Bernd Petzenhauser und Klassenleiter Ludwig Förner mussten nicht lange überzeugt werden. Sie hatten laut Bergonzolis Managerin und Frau Franziska Gräfin Fugger von Babenhausen wohl schon mit dem Gedanken gespielt, selbst auf den Künstler zuzugehen. Immerhin hat in Kirchheim auch schon ein anderer bekannter Künstler Spuren hinterlassen: Erwin Holzbaur erzählt mit seinen charakteristischen Bildern im Treppenhaus die Geschichte der Schule.

Hier erfahren Sie mehr über Mauro Bergonzoli: Unterallgäuer Künstler reist von Tiefenried nach Leipzig zu Yoko Ono

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Während damals nur der Profi zum Pinsel griff, durften nun auch die Kinder ran. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass Franziska Gräfin Fugger von Babenhausen als Schülerin an der Grundschule Göggingen auch einmal eine Wand bemalen durfte und noch heute davon schwärmt. Diese tolle Erinnerung wollten sie und ihr Mann nun den Kirchheimer Schülern ermöglichen: „Das prägt – und es ist etwas Bleibendes.“ Außerdem: „Diese Wand hat einfach danach geschrien – nach etwas Positivem“, ist die Gräfin überzeugt.

Das Bild von Mauro Bergonzoli in Kirchheim vermittelt viel Positives

Und positiv stimmt das knallbunte Bild auf jeden Fall. Zu sehen ist der Baum des Lebens, behängt mit allerlei Früchten, umgeben von Tieren, darunter auch eines von Bergonzolis Kennzeichen: ein weißes Kaninchen. „Die Tiere sind alle aus unserer Nachbarschaft“, erklärt die Gräfin. Und auch das Alpenpanorama im Hintergrund ist keineswegs zufällig gewählt. Die Berge seien ihrem Mann wichtig, weil dahinter Mailand, seine Heimatstadt liege. Seit er im vergangenen Jahr Herzbeschwerden hatte, tauchen in seinen Bildern vermehrt einäugige Herzen auf. „Sie stehen für die Liebe und dafür, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und dankbar zu sein“, so Gräfin Franziska. Ihrem Mann sei es wichtig, hinzuschauen und sich eine eigene Meinung zu bilden – ganz so, wie es die Kinder machen.

Vergangenes Jahr machte ein Kunstraub Schlagzeilen: Bilder von Mauro Bergonzoli gestohlen

Die waren mit Feuereifer bei der Sache: Mauro Bergonzoli hatte die Umrisse bereits am Vortag mit schwungvollen Pinselstrichen auf die Wand gebracht, sodass die Schüler „nur“ noch ausmalen mussten. „Das ist schon schwierig. Man muss sich richtig konzentrieren“, sagte Lea Weiser. Jonas Schwarzenbach schreckte das allerdings nicht ab: Ginge es nach ihm, könnte die Wand im Spielzimmer der Mittagsbetreuung ruhig auch noch verschönert werden. Franziska Gräfin Fugger von Babenhausen ist jedenfalls guter Dinge, dass das Wandgemälde noch nicht das letzte Projekt ihres Mannes mit den Schülern war.

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