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26.06.2009

Ein ganz normaler Bub, der klassische Musik liebt

Bad Wörishofen/Tussenhausen (iss) - Die erste Geige spielt Serafin Unglert noch nicht, dafür aber ausgezeichnet Klavier und seit zwei Jahren auch Horn. Gute Noten schreibt er auch im Musikunterricht. Wenn der 14-jährige Gymnasiast aus Tussenhausen nicht gerade einem seiner vielen Hobbys frönt oder sich in den Ferien richtig entspannen will, schlüpft er in die Rolle eines Komponisten. Aus der Feder des jungen Musikus stammt so eine Fanfare für zwei Trompeten und eine Posaune, die er in gerade mal einer Stunde zu Papier brachte und deren festliche Klänge das Kneipp-Musik-Festival am Freitag, 10. Juli im Kurtheater eröffnen sollen.

Nomen ist nicht Omen. Serafin Unglert will weder Engel noch Wunderkind sein. "Ein ganz normaler Bub, der schon sehr früh seine Liebe zur klassischen Musik entdeckt hat", gefällt ihm schon besser. Der junge Komponist hört am liebsten Romantiker, hat aber auch ein Fable für amerikanische "Kollegen" des frühen 20. Jahrhunderts. Er schwärmt für Aaron Copland und Samuel Barber. Eines seiner Lieblingsstücke aber ist das Klavierkonzert Nr. 1 von Tschaikowski. "Das habe ich jahrelang fast täglich gehört und die CD meiner Mutter geklaut", verrät er schmunzelnd.

Wenn der begeisterte Jaguarfan nicht gerade Fußball spielt oder sich in Militärgeschichte vertieft - "ich interessiere mich weniger für Kriege, sondern mehr wie es dazu kam", improvisiert er an seinem weißen Flügel. "Am Klavier kann ich nach dem Unterricht Frust, Aggressionen aber auch Freude auslassen", sagt er. Serafin Unglert klimperte schon mit fünf Jahren auf dem Flügel. "Seit er halt hingereicht hat", erzählt seine Mutter. Heute intoniert der junge Pianist gerne Werke von Bach, Schubert und Bartok. Er hat wie alle Familienmitglieder Musik im Blut, das sein Pate und Klavierlehrer Dr. Dietmar Gräf zunehmend in Wallung bringt.

"Waterloo" in Tussenhausen

Alle Register seiner musischen Talente zog Serafin bei seiner Komposition "Waterloo", einem Opus mit sieben Sätzen und 70 Minuten Spieldauer. Die Doppel-Symphonie führt auf das Schlachtfeld nahe Brüssel und schildert nach Noten die Gefechte zwischen Napoleon und den britisch-niederländisch-deutschen Truppen und ihren preußischen Verbündeten. In dieses Werk "ich bin noch lange noch nicht fertig"- baute der Komponist Hymnen und Märsche ein. Dudelsackklänge stehen für England, ein Militärmarsch für die Preußen und die Marsaillaise für Frankreich. Am Ende lösen sich Frankreichs Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in klingenden Träumen auf.

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