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Ehrenamt

03.11.2017

Ein junger Fußballheld

Selbst ist der Mann: Leonhard Frieling ist sich bei seiner Trainertätigkeit auch nicht zu schade, die Gerätschaften in die Kabine zu tragen.
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Selbst ist der Mann: Leonhard Frieling ist sich bei seiner Trainertätigkeit auch nicht zu schade, die Gerätschaften in die Kabine zu tragen.

Leonhard Frieling ist Schiedsrichter, Trainer und Betreuer in einem. Das bringt dem 22-jährigen Bad Wörishofer nicht nur viel Erfahrung, sondern auch einen besonderen Preis ein.

Wenn heute vielerorts geklagt wird, dass sich immer weniger Menschen, oft auch junge Leute, nicht mehr ehrenamtlich engagieren, dann setzt Leonhard Frieling vom FC Bad Wörishofen ein genau gegenteiliges Zeichen. Seit seinem 18. Lebensjahr bringt er sich in mehreren Bereichen aktiv mit ein, sodass sein Einsatz jetzt auch höheren Orts Anerkennung fand. Er wurde Kreissieger Allgäu bei dem vom Bayerischen Fußballverband (BFV) seit kurzem jährlich ausgeschriebenen Wettbewerb „Fußballhelden – Junges Ehrenamt“. Hier können Vereine junge Mitglieder zwischen 18 und 28 Jahren melden, die sich im Verein bereits verdient gemacht haben. Und das ist bei dem jungen Mann mit dem großen Engagement wahrlich der Fall.

Der Einsatz von Leonhard Frieling, der aus einer kinderreichen Familie stammt, wird nun zurecht belohnt. Zusammen mit den anderen Siegern der 30 Fußballkreise in Bayern erhielt er zunächst eine Einladung zum Spiel der zweiten Fußball Bundesliga am 4. November in Regensburg, wenn der Jahn dort gegen die SpVgg Greuther Fürth antritt. Im Rahmen dieses Spieles erfolgt die Auszeichnung durch den Fußball-Verband vor großer Kulisse. Darüber hinaus ist mit dieser Ehrung aber noch eine fünftägige „DFB-Bildungsreise“ nach Spanien im nächsten Jahr verbunden, auf die sich Leonhard natürlich besonders freut. „Vielleicht steht in diesem Rahmen ja auch ein Besuch im Stadion von Real Madrid oder beim FC Barcelona an“, hofft er. Genaueres bekommt er aber erst noch mitgeteilt.

Dass sich Leonhard Frieling immer schon für mehr interessierte, als nur Fußball zu spielen, zeichnete sich bereits früh ab. Bei einer Fußball-AG in der Schule griff er bereits als Zehnjähriger eher zur Pfeife, als dass er selbst mitspielte. Auch bei einem Praktikum in der Schule nach Abschluss seiner Mittleren Reife kam er in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen und fand Freude an der Arbeit mit ihnen. Nach einigen Stationen in anderen Vereinen der Umgebung landete er mit 18 Jahren wieder beim FC Bad Wörishofen.

Bezeichnenderweise war es das Schnuppertraining für die Asylbewerber im Jahre 2015, bei dem er sich sofort mit engagierte. Beim FCW brachte er sich dann auch gleich als Spieler der 2. Mannschaft und Betreuer der A-Junioren ein. Im nächsten Jahr übernahm er bereits ein Traineramt bei den C-Junioren der JFG Wertachtal, bei denen er derzeit als Co-Trainer bei den erfolgreichen C1-Junioren in der Kreisliga zusammen mit Oliver Wodnik fungiert. Doch auch dies war dem Stockheimer noch nicht genug. Bei Freundschafts- und Punktspielen, sowie bei Hallenturnieren bewährte er sich vielfach als kompetenter Schiedsrichter, wobei ihm auch Spiele im nicht ganz einfachen B- und A-Juniorenbereich keine Probleme bereiteten. Da lag es nur nahe, dass er mit seinen nunmehr knapp 22 Jahren die Schiedsrichterprüfung ablegte und nun der Schiedsrichtergruppe Südschwaben angehört. Inzwischen wurde er hier bereits als Assistent in der Kreisliga eingesetzt. „Die ersten Erfahrungen, die ich als Schiedsrichter gemacht habe, sind durchaus positiv und ich erhalte gute Unterstützung durch die erfahrenen Referees“, so seine Einschätzung dazu.

Dass Leonhard Frieling sich auch bei den üblichen Vereinsveranstaltungen wie Feiern, Altpapiersammlungen oder Renovierungen am Sportheim beteiligt, versteht sich fast schon von selbst. Wie aber empfindet er selbst dieses vielfältige Engagement? „Ich habe einfach Spaß sowohl beim Fußball und wie auch an den ehrenamtlichen Tätigkeiten. Es bringt mir auch den passenden Ausgleich für die täglichen Stresssituationen, die ich somit besser bewältigen kann. Außerdem hat mich all dies in der Persönlichkeitsbildung schon weiter gebracht. Ich lebe eben im Moment für den Sport und so lange ich alles unter einen Hut bringe, möchte ich das auch weiterhin tun“, so sein schon sehr routiniert klingendes Statement. Ehrenamt muss eben nicht nur Last sein, sondern ist oft auch ein persönlicher Gewinn für die, die es leisten.

Mit dem neuen Schuljahr begann Leonhard Frieling eine Ausbildung zum Masseur und Physiotherapeuten an der Sebastian-Kneipp-Schule in Bad Wörishofen. Dies kommt natürlich ihm selbst und auch dem Verein entgegen, denn damit bleibt er vor Ort und geht nicht den Weg vieler, die mit dem Studium oder dem Beruf den Kontakt zum Heimatverein verlieren.

Zunächst aber ist er gespannt, was ihn in Regensburg und dann im nächsten Jahr in Spanien erwartet. Vielleicht kommt er ja mit weiteren Anregungen für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten zurück.

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