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Tourismus

01.04.2015

Ein neues Image für die Land-Hoteliers

Auf der „Grünen Woche“ in Berlin haben die Mitglieder des Vereins „Mir Allgäuer – Urlaub auf dem Bauernhof“ fleißig Werbung gemacht. „Wir verkaufen uns völlig unter Wert“, meint die Vorsitzende Angelika Soyer aus Rettenberg (2. v. l.). Unser Bild zeigt sie (von links) Claudia Günther (Waltenhofen), Michael Hartmann (Markt Wald) und Karin Heiligensetzer (Durach).

Urlaub auf dem Bauernhof sei im Unterallgäu viel zu günstig, sagt die Verbandsvorsitzende. Das soll sich in Zukunft ändern

Eine Ferienwohnung mit drei Sternen für vier Personen? 29 Euro pro Tag. So günstig kann man im Unterallgäu Urlaub machen. Das ist schön für die Gäste, die sich natürlich über niedrige Preise freuen. Dem Verband „Mir Allgäuer“, ein Zusammenschluss von Bauernhöfen mit Urlaubsangebot, ist diese Preisentwicklung allerdings ein Dorn im Auge.

„Wir verkaufen uns damit völlig unter Wert“, meint die Vorsitzende Angelika Soyer. In vermeintlich berühmteren Gegenden würden die Hoteliers deutlich mehr Geld für ein Fremdenzimmer verlangen, im Unterallgäu trauen sich die Landwirte aber oft einfach nicht, die Preise zu erhöhen, vermutet die Verbandsvorsitzende. „Dabei zeigen Umfragen, dass das Allgäu nach Nord- und Ostsee das beliebteste Urlaubsgebiet in Deutschland ist“, sagt Soyer. Deshalb soll nun ein Umdenken bei den Verbandsmitgliedern erfolgen.

Eine Preiserhöhung habe außerdem den netten Nebeneffekt, dass ein anderes Besucherklientel auf die Höfe kommen würde. Bei der Gebietsversammlung von „Mir Allgäuer“ beim Pony-Camp Böck in Loppenhausen tauschten die Landwirte nun ihre Erfahrungen mit dem neuen Konzept aus und konnten sich über die zukünftigen Marketingstrategien des Dachverbands informieren.

Punktzahl zwischen 1 und 100 zeigt Kundenzufriedenheit an

Der will nämlich verstärkt auf das Bewertungssystem „TrustScore“ setzen, das Hotelkritiken von bekannten Seiten wie Holidaycheck und Google auswertet und dadurch eine Punktzahl zwischen eins und 100 berechnet, die die Kundenzufriedenheit anzeigen soll, wie die Marketingbetreuerin Sabine Wanka erklärt. Diese Punktzahl will der Verband auf einer neu gestalteten Internetseite als Gütesiegel präsentieren und gezielt als Werbemittel einsetzen. So möchte man Landwirten eine zusätzliche Motivation bieten, für zufriedene Gäste zu sorgen, die dann später auch ihre Erfahrungen im Internet teilen. Auf mobilen Plattformen wie Smartphones und Tablets will man ebenfalls einen Vormarsch wagen, spezielle Tourismus-Apps sollen das möglich machen. Viele Neuerungen kommen also auf die Eigentümer der Fremdenzimmer zu, manche Landwirte schienen gar etwas überfordert mit den Zukunftsplänen des Dachverbands.

Letztendlich möchte man Kunden aber nicht nur durch Werbung anlocken, sondern nach wie vor mit Qualität überzeugen. Deshalb sollen die Höfe, die Teil des Verbands sein wollen, auch streng kontrolliert werden. Erst im vergangenen Jahr habe man zwei Höfe aussortiert, die nicht den Richtlinien von „Mir Allgäuer“ entsprachen. Schließlich sollen die höheren Preise – ab nächstem Jahr sollen Ferienwohnungen mit drei Sternen für zwei Personen mindestens 50 Euro pro Nacht kosten – auch gerechtfertigt sein.

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