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Frundsbergfest

08.07.2015

Ein wahrlich vergnüglicher Abend

„Barakas“ aus Markt Wald boten viel Akrobatik und eine Feuershow.
3 Bilder
„Barakas“ aus Markt Wald boten viel Akrobatik und eine Feuershow.
Bild: tisch

Mehrere Gruppen inszenieren in Mindelheim eine faszinierende Aufführung „bey Hofe“.

von Tina Schlegel

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Es war der letzte Abend des Frundsbergfestes. Zum letzten Mal erklangen Trommelwirbel, flogen Fahnen, pilgerten Menschen in schweren Gewändern durch die Innenstadt, erklangen die letzten, dafür umso lauteren „Jubel“-Rufe. Ein wenig Wehmut schwang durch die Straßen.

Im Innenhof des Heilig-Kreuz-Klosters stand dennoch „ein vergnueglich abend bey hofe“ an. Allein das schon als Ambiente sehenswert – und was Jochen Schuster, Constanze Laeverenz und Patricia Honold da auf die Beine gestellt haben, war mehr als nur „vergnueglich“. Es stimmte einfach alles an diesem Großprojekt, wie Schuster es in seiner Dankesrede schmunzelnd nannte. Es war deshalb ein Großprojekt, weil sich gleich mehrere Gruppen zusammengefunden hatten, um dieses fiktive Fest am Hofe zu Ehren des Besuchs von Wilhelm IV nachzuspielen.

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Gleich an drei Abenden hintereinander konnte das Programm im Innenhof des Klosters stattfinden. Wenngleich die Premiere, die wegen unsicherer Wetterlage in die Maria-Ward-Schule verlegt werden musste, nicht weniger begeisterte, so war die höfische Unterhaltung in dem Klosterhof natürlich absolut stilecht und nahm die Stimmung des Gemäuers auf. Der Klang der Renaissance-Musik rund um Maria Hahn war „open air“ einfach herrlich. Mit dabei war auch Nancy Camilléris Theatergruppe „Brot und Spiele“, die den Schwank „Tot oder lebendig“ aufführte. Eheleute versuchten dabei abwechselnd, den Tod des anderen bei der Verwandtschaft vorzutäuschen, um bequem an Geld zu kommen. Doch dann trafen sich die Gehörnten, was zu allerhand komischen Szenen führte. Ottmar Einsiedler führte seinen Kammerchor „Vocal total“ wieder derart leichthändig – es ist einfach stets beflügelnd, die Sänger zu hören.

Laeverenz und Schuster hatten im Vorfeld intensiv an den Übergängen gearbeitet und es wunderbar hinbekommen. Der Kammerchor schritt teils singend zur Bühne und hatte sich sonst unter die Gäste gemischt, die Tanzgruppe „I Pavoni“ zelebrierte einen echten Aufgang und wurde von den Businenbläser der Stadtkapelle Mindelheim begrüßt. Stets dabei die unermüdliche Renaissancemusik, die auch nach all den Tagen nicht an Leichtigkeit und Freude eingebüßt hatte. Hahn und ihre Gruppe seien schon so etwas wie eine Allzweckwaffe des Frundsbergfestes, scherzte Schuster in seiner Abschlussrede und bat um einen besonderen Applaus – zu Recht.

„I Pavoni“, die in diesem Jahr ihre Frundsbergpremiere feierten (wir berichteten), zeigten sieben höfische Tänze: Die zweieinhalbjährige Arbeit hat sich mehr als gelohnt. Alles wirkte federleicht, die Choreografien mühelos und angesichts der Freude der Tänzer kann man sich kaum vorstellen, dass die Gruppe sich nun nicht mehr regelmäßig für ein höfisches Tänzchen trifft. Ein sehr gelungener Programmpunkt auch die Turner aus Markt Wald, „Barakas“, die mit Hebefiguren brillierten und beim Feuerspucken einen Gänsehautmoment erzeugten.

Nach so viel Arbeit und Erfolg kann hoffentlich keiner genug haben: Schuster, Laeverenz und Honold werden sicher schon bald an einem weiteren, bunten und vergnüglichen Großprojekt arbeiten wollen.

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