1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Ein wunderbares Marienlob

Konzert

10.12.2013

Ein wunderbares Marienlob

Christian Schuler
2 Bilder
Christian Schuler

Kammerchor Vocal total und Christian Schuler begeistern in der Mindelheimer Jesuitenkirche

Mindelheim Als die zahlreichen Besucher aus der adventlich ge-schmückten Mindelheimer Jesuitenkirche in die kalte Winternacht hinaus traten, hatten ihnen die Sänger von Vocal total ein wunderbares Chorkonzert zum Advent beschert: Vorbildlich im Aufbau, in der Auswahl der A-cappella-Literatur zur Adventszeit und deren beeindruckenden musikalischen Umsetzung. Die Lieder und Motetten knüpften an die Aussagen der Kirche zum Kommen des Erlösers und begannen mit dem „Übergangschor“ des alten Kirchenjahres „Christkönig“, dem Bachsatz „Wachet auf“, in dem der Wächter den „Kyrios“ (Herrn) ankündigt und am Ende zum Gloria-Lob ansetzt. Gleichsam am anderen Ende, verband die Motette „Prope est Dominus“ „Nahe ist der Herr allen …“ von Joseph Gabriel Rheinberger das große, in der Mitte stehende Lob der Jungfrau „Alma Redemptoris Mater“.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Dirigent Ottmar Einsiedler bevorzugt den eher hellen, schlanken Vokalklang, wählt zügige Tempi, achtet auf die rhythmische Stabilität und arbeitet die vorgegebenen Text- und Melodiestrukturen heraus. Exzessive Gefühlsausbrüche sind seine Sache nicht, das ist manchmal schade, so zum Beispiel in Hermann Schroeders „Siehe, die Jung-frau“, die gegen Ende bei „Emanuel“ ein starkes Fortissimo, darauf folgend am Schluss ein intensives Pianissimo, lang ausklingend, verlangt. Doch was der klein besetzte Chor in anderen Stücken harmonisch und intonationsmäßig mit schönem Klang vollbringt, ist enorm: Das „Ave Maria“ von Heitor Villa-Lobos mit den hohen Spitzentönen, das gleiche gilt für das „Dostojono est’“, in dem der Ruhm der Gottesmutter im Vergleich mit den Engeln verkündet wird von Peter Tschaikowsky und – sicherlich ein Höhepunkt – das doppelchörige „A Hymn to the Virgin“ von Benjamin Britten.

Dann der große Sprung zu den romantisch-modernen deutschen A-cappella-Adventsliedern: Das im schlichten Volkston gehaltenen „Der Jäger“ aus den frühen Marienliedern von Johannes Brahms, und von Hansmaria Dombrowsky „Eia, so seht den Rosenstrauch“, dessen harmonische Wendungen in der Intonation nicht zu unterschätzen sind.

Ein Glücksfall in dem rund eine Stunde dauernden Konzert dürften die Zwischentexte mit dem Hauptgedanken „Maria im Advent“ sein, die Christian Schuler vom Bayerischen Rundfunk ausgewählt und vorgetragen hat. Man musste schon genau hinhören, wie er die vorausgehenden Chorsätze aufgriff und sie in Zusammenhang mit den literarischen Aussagen von Rainer Maria Rilke und – dann in der Weiterführung in die Weihnacht – bei Bert Brecht stellte. (ah)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren