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Unteregg/Oberegg

12.12.2018

Eine Kapelle mit acht "Fröhlich"s

Hubert Fröhlich ist der neue Dirigent in Unteregg und somit der achte Musiker dieses Namens auf der Bühne beim Jahreskonzert.
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Hubert Fröhlich ist der neue Dirigent in Unteregg und somit der achte Musiker dieses Namens auf der Bühne beim Jahreskonzert.
Bild: Maria Schmid

Bei der Musikkapelle Unteregg-Oberegg heißen viele Musiker Fröhlich - und alle sind es auch.

Ein Glücksfall für die Musikkapelle Unteregg-Oberegg war der reibungslose Dirigentenwechsel von Julia Gleich zu Hubert Fröhlich im August dieses Jahres. Hubert Fröhlich, der stellvertretende Bezirkspräsident vom ASM-Bezirk 10, bedankte sich bei „seinen Musikerinnen und Musikern“, dass sie sich für ihn entschieden hatten, obwohl „… ich weder einen Dirigentenkurs besucht, noch je die D3-Prüfung absolviert habe.“ Er verstand es, aus den Musikern eine wahrhaft „fröhliche Kapelle“ zu machen, die beim Jahreskonzert im Gasthaus Adler in Unteregg zeigte, dass ihr das Musizieren richtig Spaß macht, was sich auf die Gäste im Saal schnell übertrug.

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So sagte Flötistin und Moderatorin Maria Müller: „Ich bin in der Pause angesprochen worden, warum ich so fröhlich bin. Nun, wenn neben mir zwei ‚Fröhlich’ sitzen, vor mir ein Dirigent ‚Fröhlich’ steht und das Solo am Tenorhorn von Sebastian Fröhlich gespielt wird, kann ich selbst doch auch nur fröhlich sein.“ Und das sind nicht einmal alle Mitglieder des Musikvereins mit dem Namen „Fröhlich“. Auf der Bühne waren es insgesamt acht Musiker.

Die Musiker aus Oberegg und Unteregg begeisterten mit ihrer offenen Art die Gäste im vollbesetzten Saal

Dementsprechend konnte wirklich von einer fröhlichen Musikergemeinde gesprochen werden, die zudem mit ihrer offenen Art die Gäste im voll besetzten Saal begeisterte. Dazu gehörte die vom Dirigenten ausgewählte Blasmusikliteratur der konzertanten Werke ebenso wie der Marsch „Allgäuland“ von Kurt Gäble, die „Böhmische Liebe“ von Matthias Rauch oder „Music“ von John Miles, bei dem Svenja Fröhlich ein tolles Saxofon-Solo spielte.

Eine Kapelle mit acht "Fröhlich"s

Was eine Schule bedeuten kann, zeigten die Musiker mit dem Stück „Ross Roy“, in dem Jacob de Haan eine monumentale Villa im australischen Brisbane beschreibt, in der 1945 das St. Peter Lutheran College gegründet wurde. Es ist ein Konzertwerk, das voll von Metaphern ist. Es ist scherzhaft, humoristisch und zeigt, dass in einer Schule auch Zeit für kleine Späße und Lachen sein kann.

Gewaltig erklang der festliche „St. Florian Choral“ von Thomas Doss. Und dann stieg wie „Phönix aus der Asche“ eine Komposition in den Saal, der die Gäste fast atemlos lauschten. Es war nicht der mythische Vogel, sondern der brennende Wald, aus dem nach dem verheerenden Brand ein neuer Wald aus der Asche auferstand. Hier fehlte es nicht an rhythmischen Ideen, die Chuck Elledge mit den Mitgliedern der Osseo Junior High School Honor Band entwickelte. Dazu gehörten auch unkonventionelle Spieltechniken. Die Musiker ließen Vögel zwitschern, mit ihren Stimmen ein sanftes Rauschen entstehen und knisterten mit Butterbrotpapier um das Feuer erkennbar zu machen.

Elledge schuf ein äußerst farbiges Tongemälde, das die Musikkapelle großartig in Szene setzte. Und Sebastian Fröhlich? Der zeigte an seinem Tenorhorn, wie fetzig schnell die „Kozlova Polka“ von Zdenek Gusky gespielt werden kann.

Bei diesem Konzert der Musikkapelle Unteregg-Oberegg gibt es gleich zwei Ausnahmen

Ach ja, für’s Herz gab es auch noch etwas, das Liebeslied von Tarzan an Jane „You’ll be in my heart“. Das sei auch bei der Hochzeit von Hubert Fröhlich mit seiner Karina gespielt worden. Und schon warf Hubert seiner Frau eine Kusshand zu. Für besondere Momente sorgten an diesem Abend die Variationen zum Weihnachtslied „Süßer die Glocken nie klingen“ in einer Komposition von Martin Scharnagl, bei dem besonders das tiefe Blech sehr eindrucksvoll und hoch emotional zu hören war – ein wahrer Genuss.

„Bei diesem Konzert machen wir gleich zwei Ausnahmen“, sagte Hubert Fröhlich, „nicht nur, dass wir vor der Pause fünf statt vier Stücke spielen, sondern dass wir drei statt zwei Zugaben geben.“ Die Rufe nach Zugaben nahmen nämlich kein Ende. Die Ehrungen an diesem Konzertabend galten nicht nur Karolina Gast, die ihre D1-Prüfung prima absolviert hatte. Bezirksdirigent Andreas Schuster überreichte ihr die entsprechende Urkunde. Außerdem ernannten die Vorsitzenden Markus und Stefan Huber sowie Elisabeth Mayer und Dirigent Hubert Fröhlich die Urkunde zur Ernennung des Ehrenmitgliedes an Hermann Huber.

Schließlich endete das Jahreskonzert nicht nur mit dem Radetzkymarsch, sondern noch einmal mit der „Böhmische Liebe“.

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