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Buch

06.11.2017

Eine Mindelheimerin rät, das Gehirn einzuschalten

Rosina Huber hat gerade ihr Buch „Wissen entsteht durch denken“ veröffentlicht.
Bild: Sandra Baumberger

Rosina Huber  aus Mindelheim erklärt, was das Lernen beeinflusst und wie das Gehirn Informationen am besten „verdaut“.

Gerade hat Rosina Huber ihr erstes Buch veröffentlicht. „Wissen entsteht durch denken. Der abenteuerliche Weg einer Information ins Gehirn“ heißt es. Dass sie es einmal schreiben würde, hätte die 65-Jährige selbst wohl am wenigsten gedacht und nein, noch einmal antun, will sie sich das ganz bestimmt nicht. „Hätte ich gewusst, was mich erwartet, hätte ich’s wahrscheinlich gar nicht gemacht“, sagt sie und lacht. „Das war schon ein wahnsinnig anspruchsvolles Projekt.“

Und ein langwieriges noch dazu. Begonnen hat es – auch wenn der gebürtigen Unterallgäuerin, die heute in Mindelheim lebt, das damals freilich noch nicht klar war –nämlich schon vor rund 20 Jahren. Damals kam ihr Sohn in die erste Klasse und die Lehrerin am Ende des Schuljahres zu der wenig ermutigenden Einschätzung, dass er wohl nie lesen und schreiben lernen werde. Er wiederholte die erste Klasse, bekam eine neue Lehrerin – und las innerhalb weniger Wochen flüssig. Das hatte seiner Mutter zu denken gegeben. Sie fragte sich, was da los gewesen war, im Gehirn ihres Sohnes und in der Interaktion mit der Lehrerin. Welche Faktoren beeinflussen den Lernprozess? Als die Familie zwei Jahre später aus beruflichen Gründen nach Jamaika zog, begann Rosina Huber, die inzwischen gefundenen Antworten zusammenzuschreiben. Zunächst scheiterte sie jedoch daran, dass die erste Version ihres Buches viel zu wissenschaftlich war. Eine Testleserin habe nach nur eineinhalb Seiten aufgebeben, sagt die Autorin und lacht. Danach blieb das Buchprojekt jahrelang liegen, ehe sie eine zweite Version an eine Lektorin übergab – und abermals jede Menge Kritik erntete. Die verdarb der Politologin und Ergotherapeutin, die sich zeitlebens mit allen Aspekten von Kommunikation beschäftigt hat, erst einmal die Lust, doch losgelassen hat sie das Thema nicht.

Unterwegs im Themenpark „Brainland“

Und so nahm sie schließlich einen dritten Anlauf und verpackte den Inhalt des Sachbuchs in eine leicht lesbare fiktionale Handlung. Die Dialoge seien ihr zwar unheimlich schwer gefallen, doch die Mühe hat sich gelohnt: Die Leser begleiten eine fünfköpfige Gruppe bei einem Rundgang durch den Themenpark „Brainland“ und erfahren dabei, warum das Gehirn manche Informationen dauerhaft abspeichert, während andere einfach nicht haften bleiben oder höchstens so lange, bis die Prüfung dazu geschrieben ist. Das Buch erklärt, wie man Informationen gehirngerecht aufbereiten und „verdauen“ kann, wie sich Gefühle, aber auch Hormone auf den Lernprozess auswirken können und was das Kopfkino mit Motivation zu tun hat. Das Gehirn wird dabei als Betrieb mit verschiedenen Abteilungen dargestellt, die maßgeblich an Lern- und Entwicklungsprozessen beteiligt sind. Die „Beschäftigten“ sind die Gehirnzellen.

Als klassischen Ratgeber versteht Rosina Huber ihr Buch dabei nicht – schon allein, weil es verschiedene Lerntypen und deshalb kein universell funktionierendes Lern-Rezept gibt. „Man muss das Gehirn einschalten und ihm die Dinge gehirngerecht servieren“, sagt sie. Dazu muss man jedoch erst einmal wissen, wie das Lernen funktioniert und wie man es beeinflussen kann. Sie selbst wird das in nächster Zeit bei einem Spanisch-Kurs erproben und ist ansonsten froh, dass ihr Kopf nach Abschluss des Buches nun wieder frei ist für andere Dinge.

Das Taschenbuch „Wissen entsteht durch denken. Der abenteuerliche Weg einer Information ins Gehirn“ ist im Hans-Högel-Verlag erschienen. Es hat 199 Seiten und ist über die ISBN-Nummer 978-3-9818338-8-1 erhältlich.

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