Loppenhausen

30.07.2018

Eine spritzige Übung

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3 Bilder
Eine Fahrt im Rettungsboot der Wasserwacht ist auch für die Feuerwehrleute nicht alltäglich. Sie lernten bei der gemeinsamen Übung beispielsweise auch, dass man sich nicht auf den Bootsrand setzen sollte.
Bild: Ulla Gutmann

Mehrere Feuerwehren und die Wasserwacht bereiten sich am Riedweiher auf den Ernstfall im Wasser vor.

Sie fuhren so schnell mit dem motorisierten Schlauchboot über den Weiher, dass es spritzte. Ja, eine Feuerwehrübung kann auch richtig Spaß machen. Und gelernt haben die Feuerwehrmänner und -frauen aus Loppenhausen, Breitenbrunn, Kirchheim, Bedernau und einige aus Pfaffenhausen jede Menge über Taucherausrüstung, Schwimmwesten, Rettungsboote und den Ablauf von Wasserrettungsaktionen.

Gemeinsam mit der Krumbacher Wasserwacht übten die Feuerwehrleute am Riedweiher zwischen Schöneberg und Hasberg, wie sie den Rettungstauchern helfen können und wie die Zusammenarbeit mit den Wasserrettern am besten funktioniert. Gemeinsam wurde beraten, welche Stelle am Ufer geeignet ist, um das Boot ins Wasser zu lassen. Die Feuerwehrleute erfuhren, dass aus Gründen des Umweltschutzes nie im Wasser getankt wird und normalerweise ein voller Tank für die Rettungsaktion ausreicht.

Alle im Boot tragen Rettungswesten. An Bord ist außer Paddel, Anker und einem Feuerlöscher auch ein sogenanntes Spineboard. Es kommt im Laufe der Übung zur Einsatz, als die Wasserretter aus Krumbach ihre Kollegin aus dem Wasser ziehen und an die Feuerwehrmänner am Ufer weiterreichen. Das Spineboard dient dabei der Fixierung der Geborgenen.

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Helfer und Taucher kommunizieren über ein Seil

Nie auf dem Bootsrand sitzen, beim Transport nicht an den Griffen ziehen, die nur angeklebt sind und noch mehr Infos rund um das Rettungsboot vermittelten Stefan Gut, Vorsitzender der Wasserwacht Krumbach und Einsatzleiter der Wasserrettung im Landkreis Günzburg und seine Helfer. Ein Stück weiter bereiteten sich die Taucher vor, zogen ihre Neoprenanzüge an, schnallten die Sauerstoffflaschen an und erklärten die verschiedenen Ausrüstungsgegenstände. Die Kommunikation der Helfer am Ufer oder im Boot mit den Tauchern unter Wasser funktioniert über das Seil, das die beiden verbindet. Je nachdem wie oft am Seil gezogen wird, lautet die Botschaft beispielsweise „Alles gut“ oder „Not“. Alternativ befindet sich im Seil ein Kupferdraht, der Taucher trägt eine Vollgesichtsmaske mit Sprechfunk und kann sich so mitteilen. Sind zwei Taucher gleichzeitig im Wassser, sind sie mit einer Buddyleine verbunden. Denn schon wenige Meter unter Wasser sieht der Taucher meist nichts mehr und muss sich quasi blind vorantasten.

Vom Boot aus kann auch mit einem Sonargerät nach Vermissten gesucht werden, ein solches hatte die Wasserwacht aus Krumbach zur Ansicht dabei. Da ein Mensch, der dies nicht speziell trainiert, nicht viel länger als etwa fünf Minuten ohne Sauerstoff im Wasser überleben kann, muss die Wasserwacht häufig Ertrunkene bergen, was auch psychisch belastend ist. „Wer Rettungstaucher wird, weiß das. Dazu gibt es die Ausbildung zum Rettungsschwimmer“, erzählte Stefan Gut, „Dabei werden notfallmedizinische Kenntnisse vertieft, spezielle Rettungen auch aus Flüssen geübt oder das Retten mit dem Boot trainiert.“

Nach kurzen Ansprachen vom Kommandanten der Loppenhausener Feuerwehr, Jörg Viehweger, von Kreisbrandmeister Anton Schmid, Bürgermeister Jürgen Tempel und Stefan Gut von der Wasserwacht hüpften einige der Retter ins Wasser – allerdings nicht zu Übungszwecken, sondern ausschließlich zur wohlverdienten Erfrischung.

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