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Mindelheimer Musiker

25.08.2016

Einer, der gerne in die Tasten haut

Jonas Streitel aus Mindelheim ist ein begabter Jungpianist, der vor Auftritten „nicht so arg“ aufgeregt ist.
Bild: Manuela Frieß

Jonas Streitel ist gerade mal zwölf und spielt schon wie ein Großer. Bald will er sich auch mit anderen aus der Region messen

Vielen Eltern die im Juli die Sommerkonzerte des Maristenkollegs besucht haben, ist wohl vor allem ein Schüler im Gedächtnis geblieben: der Junge der so gut Klavier gespielt hat. Der Mindelheimer Jonas Streitel hat nämlich nicht nur die meisten der Orchesterstücke begleitet, sondern außerdem auswendig zwei schwierige Solostücke am Flügel vorgespielt. Mozarts „Türkischen Marsch“ und die „Toccata“ des armenischen Komponisten Aram Khatchaturian. Dabei war er zu diesem Zeitpunkt gerade mal in der sechsten Klasse.

Sein Klavierspiel hat Jonas auch an der Schule bekannt gemacht. Die Reaktionen seiner Mitschüler auf seinen Auftritt waren alle sehr positiv, erzählt der 12-Jährige, und dass ihn jetzt alle kennen würden, wäre ihm nicht peinlich. Er spiele halt gerne Klavier, aber er habe ja auch noch andere Hobbies, berichtet er: Tischtennis, Fischertechnik- Baukästen oder Lesen zum Beispiel.

Auftritte kommen immer wieder auf den begabten Jungpianisten zu: zum Beispiel beim Mindelheimer Verein zur Förderung der musizierenden Jugend, der Altstadt Nacht im September oder einfach so in der Stadt. „Aufgeregt bin ich nicht so arg“, meint der Schüler ganz gelassen. Wahrscheinlich, weil er sich immer sehr gut vorbereitet. Normalerweise übt Jonas vielleicht eine Stunde am Tag, vor einem Konzert jedoch gerne mehr. Bei den Orchesterstücken zum Sommerkonzert wurde er außerdem von seiner Schwester Julia oft gedrängt, manche der Kompositionen mit ihr zusammen durchzugehen. Die 15-Jährige spielt Geige im Schulorchester und Jonas meint, dass dies doch recht hilfreich war, und zwar für beide Seiten. „Vor allem an den schwierigen Stellen wird man ja gerne mal langsamer, da musste ich dann gut aufpassen, das Tempo zu halten“, erzählt er und grinst.

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Welche Stücke Jonas spielt, bestimmt meist seine Klavierlehrerin Diana Hopf, aber so manches erarbeitet er sich auch selbst. Wie etwa den schnellen „Root Beer Rag“ von Billy Joel, den er auf dem Mondlicht Open Air gehört hat und sich mit Hilfe von YouTube und Noten aus dem Netz angeeignet hat. Einen Lieblingskomponisten besitzt er noch nicht, aber für die Altstadtnacht will er etwas von Rachmaninow einüben. Ihm gefallen eben Musikstücke, bei denen er auch mal so richtig „reinhauen darf“, formuliert er es. Ob er dieses Werk bei der nächsten großen Herausforderung, dem Regionalentscheid von „Jugend musiziert“ spielen wird, weiß er noch nicht, aber angemeldet ist er bereits.

„Jonas hat 2012 schon beim Wettbewerb mitgemacht. Er hat vierhändig mit seinem Freund Simon Neumann gespielt und damals gewonnen“, erzählt seine Mutter Susanne Streitel. Aber da die beiden zu jung waren, kamen sie nicht weiter zum Landesentscheid. Erst nächstes Jahr im Februar gibt es wieder einen Wettbewerb für Klavier als Soloinstrument. Er finde es spannend sich mit anderen zu messen, aber auch den anderen Teilnehmern zu zuhören, erklärt er.

Woher Jonas sein großes Talent geerbt hat, weiß seine Mutter nicht so genau, sie selbst führt es ein wenig darauf zurück, dass ihr Sohn schon im Bauch und später als Baby, bei ihren Klavierstunden dabei sein durfte. Und eigentlich war er zuerst für den Blockflötenunterricht angemeldet, als die Familie erst bei einem Urlaub merkte, wie schnell sich der damals sechsjährige auf den schwarz-weißen Tasten zurechtfand und kleine Stücke nachspielen konnte. Zwar hat Jonas in einer Streicherklasse am Maristenkolleg zwei Jahre Geige gelernt und würde gerne mal Schlagzeug ausprobieren, aber seine große Liebe ist im Moment das Klavier. Und wer weiß, wie weit er es damit noch bringen wird? „So lange es ihm so viel Spaß macht und sich gerne dran setzt, soll er“, meint Mutter Susanne und lacht.

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