Konzert

04.04.2015

Einnehmend intensiv

Edith Lehner und Norbert Neunzling haben sich vor zwei Jahren zum Duo „Saitenspuren“ zusammengeschlossen und begeisterten nun erstmals in Mindelheim.
Bild: tisch

Das Duo „Saitenspuren“ setzte mit ruhigen Tönen gefühlvolle Akzente

Es war ihr erstes Konzert in Mindelheim: Edith Lehner und Norbert Neunzling spielten im Silvestersaal Stücke ihrer ersten CD „Gloomy Light“. Ein Konzertabend mit Lehner und Neunzling bedeutet vor allem Ruhe und Innerlichkeit. Es ist beinahe so, als fiele nach nur wenigen Takten bereits der Lärm der Straße und jegliche Form der Unruhe von einem ab.

In die Musik von Lehner und Neunzling einzutauchen bedeutet, alles Drumherum zu vergessen, sich wirklich einzulassen auf die stillen Töne, auf den Zwischenklang der Gitarren, auf den ausgesprochen zarten Nachhall der Saiten – „Saitenspuren“, der Name des Duos, passt wunderbar zu ihrer Musik. Spuren sind es, die den Stücken nachklingen, etwa der sehr feinfühlig intonierten Eröffnung „Sanzen-in“ von Andrew York.

Das Gitarrenduo ist noch sehr jung, erst 2013 haben sich die beiden entschlossen, ein Konzertprogramm einzustudieren. Im September 2014 erschien dann bereits die erste CD, auf der Gitarrenstücke aus dem 19. und 20. Jahrhundert versammelt sind, darunter das wunderschöne und titelgebende „Gloomy Light“ von Roland Dyens. Dieses Stück, mit dem Lehner/Neunzlinger die zweite Konzerthälfte eröffneten, hat einen geradezu hypnotischen Charakter. Leise baut es sein kleines Motiv aus und auf, bis es wie eine Welle überschwappt, für eine kurze Pause innehält und sich wieder von Neuem versammelt.

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Auch die folgenden Stücke „Il funghetto“ und „Clown blanc“ (beide von Dyens) besaßen diese einnehmende Intensität. Dem Duo gelang es immer wieder, gefühlvolle Akzente zu setzen in die überwiegend stillen und ruhigen Töne. Gleichwohl ist ihr Programm ein sehr vielseitiges, umfasst es doch Musik aus zwei Jahrhunderten.

Unterschiedliche Gitarren für verschiedene Epochen

Neben Stücken moderner Komponisten wie Dyens, York, Sérgio Assad oder auch der noch eher selten gespielte Claude Gagnon, auch Stücke von Ferdinando Carulli und Carlo Domeniconi. Für die jeweiligen Stücke aus unterschiedlichen Musikepochen wechselten Lehner/Neunzling den Gitarrentypus, um ein möglichst authentisches Klangerlebnis zu erzielen.

Beeindruckend war auch das „Divertissement“ von Johann Kaspar Mertz über die romantische Oper „Alessandro Stradella“ von Friedrich von Flotow. Nun könne man hören, wie Oper auf Gitarre klinge, hatte Neunzlinger in seiner kurzen Vorstellung des Stückes gescherzt, und das war in der Tat etwas Besonderes. (tisch)

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