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Memmingen

13.10.2013

Einzigartige Wetterstation soll präzise vor Hochwasser warnen

Die neue Wetterstation bei Memmingen misst in einem Umkreis von 150 Kilometern alle Niederschläge.
Bild: Karl Pagany

Der Deutsche Wetterdienst nimmt bei Memmingen seine einzige Radaranlage in der Region in Betrieb. Die Kosten belaufen sich auf 2,8 Millionen Euro.

Fast wie ein überdimensionaler Morchel-Pilz sieht sie aus: Mitten im Wald zwischen den Unterallgäuer Gemeinden Niederrieden und Holzgünz auf Memminger Flur wurde nun die neueste Wetterradarstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) offiziell in Betrieb genommen. Mit 55 Metern Höhe ist sie eine der höchsten Wetterstationen Deutschlands. Sie misst in einem Umkreis von 150 Kilometern alle vorkommenden Niederschläge. Mit dieser 17. Anlage bei Memmingen wird nun die letzte Lücke in der meteorologischen Radarüberwachung Deutschlands geschlossen.

Daten auch für die Klimaforschung vewendbar

„Damit können wir in Echtzeit und flächendeckend sagen, wie viel Niederschläge, in welcher Zeit und an welchem Ort in der Bundesrepublik fallen“, erklärt der zuständige Abteilungsleiter des (DWD), Dr. Tilman Holfelder. Die Daten seien Grundlagen für die Arbeit der Wasserwirtschaftsämter – aber auch, zum Beispiel bei Extremniederschlägen, für die Katastrophenschutzbehörden, die Feuerwehren und die Hilfsorganisationen. „Natürlich sind die Daten auch für die Klimaforschung von großer Wichtigkeit“, ergänzt Holfelder.

Für die Allgäuer Region bedeute dies, dass bessere Vorhersagen auch für die Hochwasser von Iller, Lech und Wertach getroffen werden können. Schwabens Vizeregierungspräsident, Josef Gediga, und Memmingens Zweite Bürgermeisterin Margareta Böckh zeigten sich sehr angetan von diesem technischen Fortschritt. Voll des Lobes waren alle Beteiligten zudem über die gute Zusammenarbeit zwischen dem DWD und den Landesbehörden. Die 17 Beobachtungsnetze überschneiden und ergänzen sich in ihren Wirkungskreisen auch mit denen der Nachbarstaaten.

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Anlage funktioniert automatisch

Bis 2014 sollen alle deutschen Wetterradarstationen auf den neusten Stand der Technik gebracht sein und damit den modernsten Dienst dieser Art in Europa darstellen. Personal gibt es auf dem „Wetterturm“ bei Memmingen allerdings nicht – nur einen regelmäßigen Wartungsdienst.

Die Anlage funktioniere automatisch und wird von der Offenbacher Zentrale des DWD aus gesteuert. Dort werden die Daten aller Radarstationen ausgewertet. Keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe übrigens laut Prüfung der Bundesnetzagentur durch die Radarstrahlen der Anlage. Diese gebe es theoretisch nur an der Spitze des Turmes unmittelbar vor der Antenne. Doch da kommt der normale Bürger nicht hin.

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