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Schulabschluss

28.07.2016

Elefantenstark und spinnenfleißig ins Berufsleben

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Gemeinsam Erlebtes ließen die Schulabgänger der Albert-Schweitzer-Mittelschule in Ettringen bei ihrer Abschlussfeier Revue passieren. Ihren Wohlfühlort verlassen sie nun und treten in die Berufswelt ein. Christian Walter (hintere Reihe von rechts), Anna Neumayer und Dolores Kowalski gratulierten.

15 junge Frauen und 16 Männer verlassen die Albert-Schweitzer-Mittelschule in Ettringen. Wer wünschte den Absolventen wohl „noch’n richtig geiles Leben“?

Es waren durchweg strahlende Gesichter, in die man in der alten Ettringer Turnhalle blickte. Gesichter umgeben von einem Hauch des Aufbruchs, der Lust auf verlockend Neues und der Freude über das Erreichte an diesem warmen Sommerabend, der den Abschied von der Schule oder doch zumindest von einem wichtigen Schulabschnitt markierte.

16 junge Männer und 15 Frauen zelebrierten diese letzten Schulstunden, indem sie das gemeinsam Erlebte in kurzen Reflexionen und ihre Weggefährten in Personenskizzen Revue passieren ließen. Ganz ungeschoren kamen die Lehrerinnen und Lehrer nicht davon, denen sie in einer Bühnenszene bestimmte typische Verhaltensmuster und Reaktionen als Spiegel vorhielten. Allzu ernst wollten sie an diesem Abend selbst nicht genommen werden. Dazu bedienten sie sich unter anderem der Musik von Trailerpark und deren Refrain „Wir woll’n doch alle bloß ’n Job und dann sterben“, mit dem sie den Erwartungsdruck und Leistungsstress – der vielleicht auch von ihren Eltern ausgeht – gekonnt und locker abstreifen.

Ohne dem Überschwang an Freude Abbruch zu tun, ließ Klassenlehrer Christian Walter etwas ernstere Töne anklingen. Er prognostizierte, dass dem ein oder anderen zeitweise der Schutz der unsichtbaren Glasglocke Schule und der Wohlfühlraum Klasse fehlen könnte. An ihre Stelle treten nun das Leben und die Arbeitswelt mit ihren Anforderungen. An den vielen vor ihnen liegenden Weggabelungen gelte es die richtigen Weichen zu stellen. „Genieße das Leben und finde deinen Weg“, gab er als Leitsatz mit.

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Als Schulverbandvorsitzender erinnerte Robert Sturm an Albert Schweitzers Postulat der „Ehrfurcht vor dem Leben“ als Fundament seiner Ethik, die er angesichts der politischen und technischen Entwicklungen Anfang des 20. Jahrhunderts großen Gefahren ausgesetzt sah.

Schulleiterin Anna Neumayer ging noch einmal auf die Herausforderungen ein, die sich den Absolventen nun stellten. Egal, was sie als Nächstes zu tun beabsichtigten, sei es der unmittelbare Einstieg in eine Beschäftigung, ein weiterführender Schulbesuch oder eine Orientierungsphase, gelte es, selbst aktiv zu werden und Initiativen zu ergreifen. „Nicht warten, bis andere den Weg weisen“, mahnte sie. Dabei solle sich keiner von möglichen Ablehnungen und Rückschlägen entmutigen lassen. Ganz zum Schluss wünschte sie ihren Schützlingen, die nun den schützenden Raum der Schule verließen, nach dem Zitat von Glasperlenspiel „noch’n richtig geiles Leben“ mit den dazu gehörigen Fähigkeiten, durch die sich auch Spezies der Tierwelt auszeichnen: etwa die Neugier der Ziege, die Stärke des Elefanten oder die Ausdauer und den Fleiß der Spinne.

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