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30.11.2017

Entscheidung vertagt

Wie geht es beim Zinstausch weiter?

Die Entscheidung über den Fortbestand des städtischen Zinsmanagements mittels Swaps wurde vertagt. Nach einer etwa 40-minütigen nichtöffentlichen Beratung vor dem Beginn der Stadtratssitzung gab Bürgermeister Paul Gruschka (FW) bekannt, der Tagesordnungspunkt sei abgesetzt worden. Gruschka wollte dem Stadtrat vorschlagen, aus dem Zinstauschgeschäft auszusteigen, wenn dadurch keine Einbußen zu befürchten sind. Auf Nachfrage teilte das Rathaus gestern mit, dass die Mehrheit der Stadträte das Thema erst im Finanzausschuss vorberaten möchte. Dies werde frühestens in drei Monaten der Fall sein.

Die Magral AG, mit welcher die Stadt in der Zinssteuerung zusammenarbeitet, hatte im Vorfeld der Sitzung aktuelle Zahlen genannt. Demnach liegt das heute erzieltes und „von der Stadt Bad Wörishofen vereinnahmte Zinsergebnis aus der Zinssteuerung“ bei rund 850789 Euro. Magral berät und verwaltet nach eigenen Angaben Zinsportfolios in Milliardenhöhe für die öffentliche Hand, Banken und große Unternehmen in Deutschland. Würden die derzeit laufenden Verträge in Bad Wörishofen außerplanmäßig aufgelöst, müsste die Stadt mit einem Minus rechnen. Auch das sagt Magral. Nach eigenen Berechnungen der Stadt, die unserer Zeitung vorliegen, wäre dies zum 30. Oktober ein Minus von rund 175000 Euro gewesen. Magral selbst beziffert das Minus zum 22. November mit etwa 212000 Euro. Das Entstehen des negativen Werts sei vergleichbar mit der Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitiger Auflösung von Festzinsdarlehen, erläutert Magral. In diesem Fall bliebe Bad Wörishofen ein positives Gesamtergebnis von etwa 638000 Euro. Befürworter der Zinssteuerung gehen davon aus, dass die Stadt voraussichtlich kein negatives Ergebnis verdauen muss, wenn das Zinsmanagement wie geplant weiterläuft.

Zu den schärfsten Kritikern der Zinssteuerung mittels sogenannten Swaps gehört Claus Thiessen (FDP). Er unterstellte öffentlich eine enorme Verschwendung von Geldern in den vergangenen zehn Jahren, angeblich zwei Millionen Euro. Stadtkämmerin Beate Ullrich hat diese Darstellung immer vehement bestritten. Die Mehrheit im Stadtrat stand bislang hinter der Zinssteuerung. (m.he)

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