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Jahr der Wälder

28.04.2011

Er lebt vom und für den Wald

Diese fröhlichen Mitarbeiter sind nicht zum Spaß auf dem seltsamen Gefährt unterwegs. Hier wird aufgeforstet.
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Diese fröhlichen Mitarbeiter sind nicht zum Spaß auf dem seltsamen Gefährt unterwegs. Hier wird aufgeforstet.
Bild: Foto: Buffler

Josef Buffler hat sich mit seinem Unternehmen mit Erfolg auf die Forstwirtschaft und den Landschaftsbau konzentriert

Baisweil Josef Buffler hat sich zu einer Zeit auf Forst, Wald und Landschaftsbau spezialisiert, als Wald so gar nichts mehr galt. Viel Arbeit, wenig Verdienst – das war vielfach die landläufige Meinung im Wirtschaftswunderland Deutschland. Wer damals vor 35, 40 Jahren Brennholz verschürte, galt als leicht rückständig. Ölheizungen waren im Kommen, waren modern. Holz schien so gar nicht mehr attraktiv zu sein.

Josef Buffler hat das immer anders gesehen. Und er sollte recht behalten haben. Holz als Rohstoff ist heute begehrt wie nie. Sägewerke bekommen nicht mehr genügend Rohstoff her. Pelletsheizungen haben einen Siegeszug angetreten als Alternative zu Öl und Gas. Und auch Hackschnitzel lassen sich dank Fernwärmeheizungen gut vermarkten.

Arbeiten mit dem Wald ist immer noch arbeitsintensiv, auch wenn die Branche parallel zur Entwicklung der Landwirtschaft einen immensen Aufschwung in der Mechanisierung erfahren hat. Vollernter, sogenannte Harvester, sind in der Waldwirtschaft üblich geworden. Dass eine solche High-Tech-Maschine zwischen 300 000 und einer halben Million Euro kostet, ist die Kehrseite der Medaille.

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Josef Buffler aus Baisweil hat in all den Jahren seinen landwirtschaftlichen Betrieb Zug für Zug umgebaut. Seit einigen Jahren besitzt er keine Rinder mehr. Die Familie lebt allein vom Aufpflanzen, vom Holzeinschlag für Private, Kommunen und den Staat. Wichtige Auftraggeber sind die Forstämter, erzählt er.

Im Frühjahr wird hauptsächlich aufgeforstet

In den vergangenen Jahren hat sich ein neues Geschäftsfeld entwickelt. Viele Privatwälder sind vererbt worden an Gemeinschaften. Die neuen Eigentümer können oder wollen sich oft nicht mehr um ihren Besitz kümmern. Buffler bewirtschaftet die Parzellen und vermarktet das Holz inklusive Brennholz.

Jetzt im Frühjahr wird hauptsächlich aufgeforstet. Waren es früher fast ausschließlich Fichten, die in Süddeutschland gepflanzt wurden, ist heute jedes zweite Pflänzchen ein Laubbaum, sagt Buffler. Bis zu 20 Saisonkräfte beschäftigt der Unternehmer. Es sind Einheimische darunter, aber auch Arbeiter aus Polen und Rumänien. Einige arbeiten drei Monate, viele bis zu sechs Monate im Jahr für das Unternehmen.

Relativ neu ist Energiegras. Die Pellets daraus sehen aus wie Garnelen. Vorteil: der hohe Energiegehalt. Zum Heizen, aber auch als Einstreu für Pferde hat sich das Gras bewährt, so Buffler.

Bei aller Technisierung geschieht das Pflanzen der jungen Bäume überwiegend in Handarbeit. Zwischen einer halben und dreiviertel Million Baumpflanzen setzt das Unternehmen Buffler Jahr für Jahr überwiegend im süddeutschen Raum. „Uns können Sie bei Würzburg, in Heidenheim, im Bayerischen Wald oder im Schwarzwald antreffen“, sagt Josef Buffler. Ein Auftrag führt jedes Jahr auch ins Ausland. Ein Unternehmer aus Karlsruhe besitzt in Frankreich Flächen. Für eine Woche macht sich ein Pflanztrupp auf nach Burgund. Dort werden dann 100 000 Nordmanntannen gepflanzt – fürs Weihnachtsgeschäft in Deutschland.

Die Arbeiter leben in dieser Zeit durchaus komfortabel in Ferienwohnungen oder Pensionen. Für sie ist dieser Einsatz jedes Mal ein ganz Besonderer.

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