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Bad Wörishofen

28.02.2015

Erneut ein Jahr ohne Verkehrstote

Die Polizeiinspektion Bad Wörishofen registrierte im vergangenen Jahr 767 Verkehrsunfälle. 26 Personen zogen sich dabei schwere Verletzungen zu. Auffällig: Wenn es kracht, handelt sich mittlerweile in jedem dritten Fall um einen Wildunfall.
Bild: Alexander Kaya

Inspektionsleiter Thomas Maier stellt eine Statistik vor, die außergewöhnlich sei. Mit ein Grund sei das Bad Wörishofer Tempolimit. Fahranfänger und Senioren bei Unfallzahlen gleichauf

Im Bereich der Polizeiinspektion Bad Wörishofen gab es im vergangenen Jahr erneut keine Verkehrstoten zu beklagen. Bad Wörishofens Polizeichef Thomas Maier hofft, dass das weiterhin so bleibt, denn mit Blick auf andere Dienstbereiche seien die Bad Wörishofer Zahlen außergewöhnlich. Norbert Schmidbauer macht deutlich, dass die Bilanz auch anders hätte ausfallen können und nennt die beiden schweren Fahrradunfälle in Türkheim. In einem Fall habe der Helm dem schwer verletzten Radler das Leben gerettet. Im anderen Fall sei die Radfahrerin wieder aus dem Koma erwacht.

767 Verkehrsunfälle gab es im Dienstbereich insgesamt, ein besserer Wert im Zehn-Jahres-Vergleich. Die Unfälle forderten 26 Schwerverletzte, zwei mehr als im Vorjahr, aber wesentlich weniger als etwa im Jahr 2012 mit 46 Schwerverletzten. Insgesamt wurden bei 125 Unfällen Menschen verletzt. Der Sachschaden stieg von 1,1 Millionen Euro im Jahr 2013 auf 1,3 Millionen Euro.

Ein großes Problem sind die Wildunfälle, dazu zählt mittlerweile jeder dritte Unfall. Vor allem die MN 9 von Siebnach nach Markt Wald sei hier ein Schwerpunkt, berichtet Schmidbauer. Wildschweine, wie man angesichts steigender Populationen meinen könnte, spielen dabei aber keine Rolle. Rehwild dagegen schon. Darauf zu reagieren, sei schwierig. Man habe bereits das Gespräch mit Jagdpächtern gesucht, auch der Landkreis sei da „in Sachen Abschusszahlen hinterher“. Vielleicht komme ja irgendwann eine Art Wildradar auf den Markt, sagt Schmidbauer.

In Bad Wörishofen selbst sind die Unfallschwerpunkte überschaubar und auch nicht mit hohen Zahlen belegt. Im Grunde kracht es dort, wo große Parkplätze sind, also an der Therme oder im Gewerbegebiet, außerdem hin und wieder auf der Kemptener Straße und der St.-Anna-Straße. Die Folgen sind meist überschaubar, auch das geht aus der Statistik hervor. In Bad Wörishofens Innenstadt habe es seit Jahren keinen Verkehrstoten mehr gegeben, sagt Schmidbauer. Auch Dienststellenleiter Maier stellt fest, dass die Unfallfolgen in der Kneippstadt meist glimpflicher sind als andernorts. „Da spielt die flächendeckende Tempoberuhigung auf 30 km/h sicher eine Rolle“, sagt Maier. Vor allem Radfahrer würden dadurch besser geschützt. „Bei Tempo 30 können die Autofahrer noch eher reagieren als bei 50 km/h“, sagt Maier. Zudem habe man in den vergangenen Jahren viele kritische Stellen entschärft, berichtet Schmidbauer, der seit 1980 in Bad Wörishofen als Polizist Dienst tut. Auch der Bau der Kreisverkehre habe da viel gebracht.

Bei den Unfallverursachern halten sich Jung und Alt in etwa die Waage. Während es bei Verkehrsteilnehmern über 65 Jahren vor allem beim Abbiegen und Rangieren kracht, steht bei Autofahrern bis 24 Jahren meist zu schnelles Fahren im Vordergrund, berichtet Maier. Bei den jungen Fahrern zeigten allerdings das begleitete Fahren und der Führerschein auf Probe mit Null-Promille-Grenze Wirkung, sagt Maier. Deren Unfallzahl sei weiter rückläufig. „Früher hat die Jugend bei den Unfallverursachern überwogen, jetzt holen die Älteren auf“, berichtet der Polizeichef. Die Zahl der Unfallfluchten bleibt mit 123 stabil, jeder Zweite Verursacher werde ermittelt. 22 Motorradunfälle wurden verzeichnet, außerdem 39 Fahrradunfälle – vor allem in Bad Wörishofen und Türkheim – sowie fünf Drogenfahrten. Die Zahl der Alkoholunfälle stieg leicht auf 12, insgesamt wurden 41 Autofahrer unter Alkoholeinfluss ertappt. „Der Kontrolldruck ist und bleibt hoch“, kündigt Maier an.

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