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Tourismus

08.02.2018

Ernüchterung – und neue Pläne

Volles Haus im Kursaal ist keine Seltenheit. Doch in Bad Wörishofen würde man sich wünschen, dass mehr Gäste die Veranstaltungen nutzen – und dazu vielleicht eigens in die Kneippstadt reisen.
Bild: Tobias Hartmann

Bad Wörishofen lässt sich seine Veranstaltungen eine Menge Geld kosten, doch die Gästeresonanz ist überschaubar. Was sich ändern muss und was sich ändern wird

Wer besucht eigentlich die unzähligen Veranstaltungen in Bad Wörishofen? Dieser Frage ging der Kurbetrieb nach. Das Ergebnis: Nur etwa ein Drittel der Tickets wird unter Vorlage der Gästekarte gekauft, also nachweislich von Gästen der Stadt. Das wirft auch die Frage auf, in welchem Maße die Veranstaltungen tatsächlich Übernachtungen in der Stadt generieren. Ob man da nicht „mehr machen“ könnte, wollte Wirtschaftsreferent Alwin Götzfried (FW) im Kurausschuss wissen. Immerhin sind für den Bereich Veranstaltungen heuer rund 840000 Euro eingeplant.

„Wir betreiben diesen ganzen Aufwand also für ein Drittel Gäste, die das wahrnehmen?“, fragte Götzfried. Um mehr daraus zu machen, müsse man allerdings erst einmal ermitteln, zu welchen Veranstaltungen die Gäste „besonders gern zu uns kommen“, sagte Kurdirektorin Petra Nocker.

Beim Festival der Nationen etwa wisse man das sehr genau, weil es abgefragt wurde. „Hier generieren wir Übernachtungen, vielleicht aber nicht so viele, wie wir uns das wünschen“, sagt Nocker. In anderen Bereichen seien Neuorientierungen nötig. Als Beispiel nannte Nocker den Weihnachtsmarkt. Dieser sei sehr schön, ende allerdings genau dann, wenn „unsere Weihnachtsgäste anreisen“, sagt Nocker. In dieser Zeit habe man „in der Innenstadt dann nichts“, stellte sie klar. „Das kann so nicht bleiben, hier müssen wir versuchen, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.“ Nocker strebt eine enge Zusammenarbeit mit Gastronomie und Handel an, um hier voranzukommen. Die Veranstaltungen daraufhin zu optimieren, mit ihnen Gäste zu gewinnen, ist auch ein Ziel des Masterplans Tourismus 2021. Die hohe Zahl von Veranstaltungen, die Orte, das eigene Kurorchester, die saisonalen Feste werden darin als Stärken genannt. Als Schwäche gilt, dass es nur wenig moderne Veranstaltungen oder Veranstaltungen für junge Leute in Bad Wörishofen gibt. Zudem herrsche wenig Abwechslung, oft sei auch die Qualität zu gering. Die Mehrzahl der Veranstaltungen sei zudem nicht geeignet, Gäste zu einer Anreise zu verlocken. Rund 27000 Tickets gingen im Vorjahr in den Verkauf, abgesetzt wurden davon rund 16600. Die Eigenveranstaltungen der Stadt waren mit 87,4 Prozent gut ausgelastet, die Fremdveranstaltungen kamen auf 63,6 Prozent.

Wer bereits in der Stadt gebucht hat, soll dafür regelmäßig neue Attraktionen vorfinden. Dazu gehört heuer die Hainbuchenkirche („Sesbastian Kneipps Raum der Inneren Ordnung“ im Kurpark), weitere Liegebänke im Kurpark, dazu eine Interaktive Naturerlebnisroute in Zusammenarbeit mit Natur- und Vogelschützern und zum Beispiel dem Verschönerungsverein. Hier ist heuer aber nur der Antrag geplant. Geben soll es auch einen „Garten für Männergesundheit“ im Kurpark, dazu einen Kongress für Männergesundheit vom 13. bis 15. April im Kurhaus.

Mit einem Stadtquiz für Familien will sich Bad Wörishofen auch direkt an jüngere Gästegruppen wenden. Dieses ist im Kurhaus erhältlich.

Auch neue Angebote wie Geocaching, Mythologie oder Wildnis-Küche soll es geben. Hier laufen aber noch die Abstimmungen.

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