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Jugendschutz

18.11.2017

Es fehlt an professioneller Hilfe

Heute ist der europaweiter Aktionstag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung

Vor dem Landgericht Memmingen muss sich derzeit ein Mann aus Illertissen wegen des hundertfachen Missbrauchs seiner Stieftochter verantworten. Dieser Fall wühlt auf, und doch ist er kein Einzelfall. Daran erinnert der Europäische Aktionstag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch, der am 18. November zum dritten Mal stattfindet.

Mit diesem europaweiten Aktionstag rückt ein Thema in den Mittelpunkt, das alles andere als neu ist: sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Auch wenn Europa und der Bund das Thema immer sichtbarer machen, gibt es nicht genug Unterstützungsangebote für Betroffene. Deswegen treffen sich diese Woche zahlreiche Fachleute für einen Fachtag und eine Vollversammlung der Fachberatungsstellen in Berlin um Lösungen für dieses Dauerproblem zu entwickeln. Daran nimmt auch Monika Grimaldi von der Fachstelle gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen im Landkreis Unterallgäu teil.

Diese Veranstaltungen werden von der Bundeskoordinierung spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend (BKSF) organisiert. Die BKSF ist die neue politische Interessensvertretung der Fachberatungsstellen und wird vom Bund gefördert.

Zwar habe sich seit der Enttabuisierung des Themas in den 1980ern viel getan: Die Aufarbeitungskommission untersucht die Missbrauchsgeschichte in unserer Gesellschaft und eine Kampagne im Bund setzt sich für Schutzkonzepte in Schulen ein. Betroffene werden durch Kampagnen wie #metoo immer sichtbarer.

Eine dauerhafte Baustelle bleibt aber ihre Versorgung und Unterstützung. Spezialisierte Fachberatungsstellen sind dabei oft die ersten Anlaufstellen. Durch fachlich fundierte Beratung und therapeutische Angebote ermöglichen sie Betroffenen Wege zur Bearbeitung ihrer Gewalterfahrungen. Viele Beratungsstellen sind unzureichend finanziert oder müssen jedes Jahr aufs Neue dafür kämpfen, dass es weitergehen kann. Gleichzeitig wächst durch die zunehmende Sensibilisierung die Arbeitsbelastung. „Wir haben hier einen Notstand, der zulasten von engagierten Fachkräften und Betroffenen geht,“ sagt Katrin Schwedes, Leiterin der BKSF. (mz)

an Kindern und Jugendlichen für den Landkreis Unterallgäu: Michaela Kalcher, Tel. 0160 - 92345428. Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch, Stadt Memmingen: 08331/850422

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