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27.06.2009

Es geht um Qualifikation und Qualitätsbewusstsein

Mindelheim (stn) - Zum Handwerk mit dem sprichwörtlich goldenen Boden gehört der - so könnte man meinen - farblich dazu passende goldene Meisterbrief. Doch beides ist nicht selbstverständlich. Für letzten liegt die Messlatte ziemlich hoch: 30 Jahre muss man Meister seines Handwerksberufes sein und das sechzigste Lebensjahr vollendet haben. Und die Institution "Handwerk" ist keine Sicherheit bietende Bastion mehr, wo alles Gold ist, was glänzt. Sich hier über Jahrzehnte erfolgreich zu behaupten, setzt nicht nur Qualifikation, sondern auch ein hohes Qualitätsbewusstsein, Zähigkeit, Durchhaltevermögen und solides Wirtschaften in Zeiten unaufhaltsamen und beschleunigten gesellschaftlichen Wandels voraus. Dass der Sylvestersaal am Dienstagabend anlässlich der Verleihung Goldener Meisterbriefe, Ehrenurkunden und -nadeln bis auf den letzten Platz besetzt war, zeigte indes den unverändert hohen Stellenwert des traditionell ehrbaren Handwerks und seine breite Basis in der Region.

Mut und Engagement gewürdigt

Diese Aspekte thematisierten auch die Festredner des Abends, allen voran Kreishandwerksmeister Ludwig Demmeler. Er würdigte Mut und Engagement der Geehrten als Triebfedern und letztere als Garanten eines "vernünftigen Mittelstandes", der - wie sich aktuell zeige -, sehr viel dauerhafter Beschäftigung biete als mancher Großbetrieb. Insbesondere dankte er den Meistern in den Innungen für ihr ehrenamtliches Engagement, denen Ehrennadeln in Anerkennung ihrer Verdienste verliehen wurden. Das Ehrenamt war auch dem - wie Demmeler es formulierte - "punktgenau" aus München zum Beginn der Veranstaltung gelandeten Staatsminister a.D. und Landtagsabgeordneten Josef Miller ein Anliegen: "Um die Welt zu ruinieren, genügt es, wenn jeder nur seine Pflicht tut", zitierte er Winston Churchill und folgerte daraus im Umkehrschluss: "Unsere Gesellschaft lebt von denjenigen, die mehr tun als ihre Pflicht!" Dieser Einsatz zeichne die Geehrten aus. Auf Forderungen nach weniger Bürokratie und nach einem verlässlichen Regelwerk der Politik angesichts der aus den Fugen geratenen Finanzwirtschaft sicherte Miller seine Unterstützung zu. Klaus Holetschek in seiner Funktion als stellvertretender Landrat meinte, man dürfe nicht ausschließlich einige wenige unterstützen und sprach von 2000 größtenteils inhabergeführten Handwerksbetrieben als Rückgrat der Wirtschaft, die ständig etwas unternehmen, statt zu unterlassen und sich so ihren Herausforderungen stellten. Auch der stellvertretende Bürgermeister Mindelheims Herbert Kugler überbrachte seine Glückwünsche und erinnerte mit Zitaten aus der Stadtgeschichte Friedrich Zöpfls an die Tugenden und Bräuche des ehrbaren Handwerks. Der scheidende Handwerkskammerpräsident für Schwaben Manfred Rudel überreichte gemeinsam mit Kreishandwerksmeister Ludwig Demmeler die goldenen Meisterbriefe, Urkunden und Ehrennadeln, während Geschäftsführer Gottfried Voigt die Namen der Empfänger aufrief. Zur allgemeinen Erheiterung gab er dazwischen humorig-hintersinnige Verse von Heinz Erhardt zum Besten. Die Mindelheimer Stubenmusik unter der Leitung von Hermine Pregler trug akustisch zum festlichen Rahmen der Veranstaltung bei.

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