Tourismus

28.01.2012

Es kommt ganz anders

Die Kurverwaltung soll zum städischen Eigenbetrieb werden.
Bild: Foto: Klofat

Die Stadtmarketing GmbH soll bleiben, die Kurverwaltung ein Eigenbetrieb werden. Die geplante Fusion ist vom Tisch

Bad Wörishofen Lange wurde gerätselt, wie das neue Kur- und Tourismusmanagement denn nun aufgestellt wird. Fest steht bisher ja nur, dass Thomas Götz die Geschäfte leiten wird. Ob er Chef einer GmbH oder eines städtischen Eigenbetriebes wird, war bislang offen.

Nun zeichnet sich ab, dass die Stadt sich nicht zwischen diesen Möglichkeiten entscheiden, sondern einfach beide nehmen wird. Das zumindest ist das Ergebnis der nicht öffentlichen Sitzung des Aufsichtsrates der Stadtmarketing GmbH. Dort fassten die Mitglieder einen einstimmigen Empfehlungsbeschluss an den Stadtrat, der die Entscheidung treffen muss. Der Aufsichtsrat will die Stadtmarketing GmbH bestehen lassen und aus der Kurverwaltung einen Eigenbetrieb samt Werkausschuss des Stadtrates machen. Götz soll beide Einrichtungen leiten.

Für den Aufsichtsrat hätte das den Vorteil, dass er gegenüber der GmbH tatsächlich weisungsbefugt wäre, vor allem also die Hoteliers großen Einfluss ausüben können. Im Aufsichtsrat sitzen außerdem Vertreter des Kur- und Wirtschaftsvereines und des Stadtrates. Bei einer Entweder-Oder-Entscheidung wäre dem Aufsichtsrat lediglich der Status eines beratenden Gremiums zugekommen. Der Stadtrat wiederum behielte bei der jetzt favorisierten Lösung den unmittelbaren Einfluss auf die Kurverwaltung.

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Bleibt also im Grunde alles beim Alten? Viel Lärm um nichts? So sei es nicht, beteuert Bürgermeister Klaus Holetschek, der neue stellvertretende Aufsichtsratschef. Denn immerhin schaffe man neben den Stadtwerken einen zweiten Eigenbetrieb. Ein solcher habe größere wirtschaftliche Möglichkeiten. Thomas Götz als Werkleiter und Geschäftsführer führe die Teile zum Ganzen zusammen. Dessen Vorgänger Alexander von Hohenegg war ausschließlich für die Kurdirektion in ihrer bisherigen Form zuständig, Holetschek war ehrenamtlicher Geschäftsführer der Stadtmarketing GmbH.

Auch der alte und neue Aufsichtratsvorsitzende Christian Förch (Kur- und Wellnesshotel Förch) betont die Vorzüge der nun empfohlenen Variante. Die GmbH gewährleiste eine bessere Zusammenarbeit der Hoteliers mit der Stadt, der Eigenbetrieb ermögliche der Kurverwaltung mehr Freiheiten in der Arbeit. Als „Paradebeispiel“ für das Funktionieren eines Eigenbetriebes nennt Förch die Stadtwerke Bad Wörishofen mit ihrem Werkleiter Helmut Vater.

Förch sagt, dass die Hoteliers auch mit einem Beirat hätten leben können. „Das wäre auch so gelaufen“, ist Förch überzeugt. „Wir haben alle die gleichen Ziele.“

Der Etat der GmbH beläuft sich für dieses Jahr laut Förch auf 432000 Euro und bleibt damit stabil. Das Geld bringen größtenteils die Hoteliers auf, zusammen mit der Stadt und dem Kur- und Wirtschaftsverein. Weil man durch die Trennung von der Bayern Tourismus Marketing GmbH (BayTM) Personalkosten gespart habe, könne heuer mehr Geld in die Werbung fließen. Die Zielsetzung für 2012 werde derzeit vereinbart.

Mit der nun gefundenen Lösung könnte auch Thomas Götz gut leben. Die Rechtsform sei ja auch zweitrangig, sagt er. „Entscheidend sind die Zielsetzung und die Aufgabenverteilung“. (m.he)

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