Musik

03.01.2018

Es lebe die Operette

Eintauchen in die Welt der Operette: Im Kurhaus von Bad Wörishofen gelang dies aufs Beste.
Bild: Franz Issing

Obwohl oft totgesagt, wurde sie im Bad Wörishofer Kurhaus frischer denn je präsentiert

„Tolle Stimmen, beste Unterhaltung“, schwärmte Schwester Irmgard Poeplau, die Oberin der Raphaelsschwestern. Die Ordensfrau war eine von vielen hundert Besuchern der großen „Musical- und Operettengala“ in Bad Wörishofen.

Zwei Stunden lang wurde die Bühne im Kursaal zu einem schwäbischen „Broadway“, auf dem die Sopranistinnen Elisabeth Artmeier und Stefanie Braun, wie auch der Tenor Eugene Amesmann und der Berliner Musical-Star Lars Redlich der oft totgesagten Operette zu neuem Leben verhalfen. Emotionen, Leidenschaft und gekonntes Wortspiel beherrschten die Szene. Durch das Programm führte der Wiener Künstler Andreas Sauerzapf, der nicht nur als humorvoller Entertainer, sondern auch stimmlich überzeugte. Mit viel Schmäh gab er Geschichten und Gedichte zum Besten und spulte mit zungenbrecherischer Gewandheit typische Namen aus dem Wiener Telefonbuch herunter. Indes hörten die Gäste ein professionell zusammengerührtes „Best-of“ unvergesslicher Musical und Operetten-Ohrwürmer. Was da an ihre Ohren drang, entpuppte sich schlichtweg als Hörgenuss. Das musikalisch hochkarätige Ensemble brillierte mit überzeugender Stimmgewalt.

Da nahm man es dem strahlenden Tenor Eugene Amesmann einfach ab, wenn er sang „Freunde, das Leben ist lebenswert“ oder wenn er mit seiner Partnerin Elisabeth Artmeier gleich dem Komponisten Emerich Kalman in der Czardasfürstin zu der Erkenntnis kam „Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht“. Die temperamentvolle Sopranistin Stefanie Braun und Musical-Star Lars Redlich glänzten mit dem Duett „Tonight“ aus der „West Side Story“ von Leonhard Bernstein. Unvergesslich schließlich die Comedy von Lars Redlich, der mit einer Portion Spitzbübigkeit und Auszügen aus seinem kabarettistischen Solo-Programm überraschte. Mit Philosophien vom „Marzipan“ nach der Melodie „Lady in Black“, wie auch mit einem Medley, in dem er in der Rolle des verlassenen Ehemanns recht poppig besang, hatte er die Lacher schnell auf seiner Seite.

Mit dem Johann-Strauss-Salonorchester (Mitglieder der Augsburger Philharmoniker) unter Leitung von Andreas Lübke hatte das Gesangsensemble eine einfühlsame Begleitung. (iss)

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