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66-Club in Altensteig

21.11.2016

Es war einmal eine Kartenrunde

Sieben für 66. Für Sebastian Dausch, Johann Singer, Erich Seitz, Roland Weser, Alois Zinth, Franz Höbel und Josef Bauer gehört der 66-Club Altensteig einfach dazu.
Bild: Scheitle

Seit 40 Jahren gibt es den 66-Club in Apfeltrach. Alois Zinth ist das einzige noch lebende Gründungsmitglied des Vereins

„Es war kurz vor Weihnachten 1976, da spielten vier Männer im Schützenheim Apfeltrach einen 66…“ – Alois Zinth zeigt mit einem Grinsen im Gesicht auf die erste Seite der Vereinschronik des 66-Clubs Apfeltrach. Denn er war einer dieser vier Männer an diesem entscheidenden Tag vor 40 Jahren. „Das Spiel war zu Ende“, geht es weiter in der Chronik: Plötzlich sagte Trommer zu Grägel: „Was machen wir eigentlich mit dem Geld? Wir könnten doch einen neuen Verein gründen!“

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Dieser eigentlich unscheinbare Abend wurde so zur Geburtsstunde des 66-Clubs. Nach kurzer Zeit hatte der Verein bereits eine zweistellige Anzahl an Mitgliedern. Jedoch waren und sind es nie mehr als 20 – und das nicht wegen geringem Interesse, sondern aufgrund der Vereinssatzung: „Wir wollen nicht mehr als 20 Mitglieder haben, es wären sonst einfach zu viele für unser Spiel“, erklärt Alois Zinth.

Zinth ist das einzige noch lebende Gründungsmitglied. Seine drei Kollegen von jenem Abend im Jahre 1976 leben alle nicht mehr. Doch das Vermächtnis von Hermann Grägel, Stefan Trommer, Ludwig Herz und eben Alois Zinth erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit.

Es war einmal eine Kartenrunde

Die meisten Mitglieder kommen direkt aus dem Dorf

Noch heute trifft sich beinahe jeden Mittwoch eine lustige Runde im Schützenheim. Die meisten Mitglieder kommen dabei direkt aus Apfeltrach. Dennoch ist dieser kleine Verein etwas Besonderes, denn im Umkreis sind derartige Treffen sehr selten. „Wir haben immer wieder nach ähnlichen Vereinen in der Region Ausschau gehalten, aber bisher noch keinen gefunden“, erzählt Präsident Erich Seitz. Doch was reizt die Männer an dem Spiel 66? Alois Zinth hat da eine klare Meinung: „Das gesellige, gemütliche zusammen sitzen ist einfach schön!“

Dabei gehe es keinem der Mitglieder darum, zu gewinnen. Nur anwesend sollte man sein. Wer weniger als zweimal im Monat zum wöchentlichen Treffen kommt, muss eine Strafe von fünf Euro zahlen. „Das haben wir mal so eingeführt, wir sind absichtlich ein kleiner Verein, daher wollen wir auch, dass alle regelmäßig kommen“, sagt Alois Zinth. Ein kleiner Verein, der übrigens eine reine Männerrunde ist. Neben der Auflage, dass nicht mehr als 20 Mitglieder dabei sein dürfen, ist ebenso in der Satzung geregelt, dass keine Frau Mitglied werden darf. Beim 40-jährigen Jubiläum im Schützenheim in Apfeltrach waren die Ehefrauen der Mitglieder aber dennoch eingeladen.

Die Frau von Alois Zinth wird dabei besonders stolz gewesen sein. Ihr Mann wurde nämlich zum Ehrenmitglied ernannt. Schließlich ist er nicht nur seit Anfang an dabei, sondern auch seit jeher Kassierer und war insgesamt 14 Jahre lang Schriftführer. So feierten die erlesenen Mitglieder des 66-Club zu Apfeltrach bis in die späte Nacht. Und das alles dank einer spontanen Idee an einem Abend kurz vor Weihnachten im Jahre 1976.

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